Werner Malkowski

Regentage

die hände tief in den jackentaschen
blinzeln gegen das vereinzelte licht
ein leichter regen fällt
es ist schon ganz schön kalt
und trotzdem frier ich nicht

endlich etwas zeit um auszuruhen
um nichts weltbewegendes zu tun
schaue wie der sommer flog vorbei
und frage nach meinem wann
so neutral wie es nur diese stimmung kann

die alten häuser haben falten um die augen
am rhein gehen die paare hand in hand
unter dem brückenbogen küssen sie sich 
und er drückt sie jugendhaft gegen die wand
und dabei den schirm noch aufgespannt
geschützt vor dem neugierigen menschenland

wer aus dem warmen muss heute
der hat es eilig und will schnell nach haus
wie hastig sind dann die leute
als sei die katze hinter der maus
sie haben noch nicht mal zeit
vor schaufenstern staunend zu stehen
oder wie ein kind mit heimlicher freude
in eine einladende pfütze zu gehen

in den cafes ist nun viel mehr platz
der abstand zwischen tisch und tisch 
scheint größer heute
der kaffee ist der rebensaftersatz
wo sind sie alle die lustigen sommerleute
es ist die zeit zwischen jetzt und gleich
ich atme den regen und mache mich reich
gehe weiter am rhein entlang
bis der alltag meinen namen ruft
lausche noch ein wenig dem tropfengesang
stehle mir schnell eine hand voll luft

der regen ist wie eine müde frau
die alles weiß und immer noch träumt
und deren zeit ganz langsam
in richtung endlose weite läuft
ich pflücke einen tropfen von meiner nase
und nehme ihn mit zu dir
du schenkst ihn den herbstzeitlosen in der vase
und dich schenkst du mir

 

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Veröffentlicht auf e-Stories.de am 28.08.2005. - Infos zum Urheberrecht / Haftungsausschluss (Disclaimer).

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