Karl-Heinz Fricke

Die Jahre unseres Lebens

Als Kleinkind sitzt man noch im Stuhle,
mit sechse muss man in die Schule.
Als Teenager kommt man dort heraus,
und man verläßt das Elternhaus.
 
Langsam vergehen die Jahr'
bis man zwanzig ist, nicht wahr ?
Man möchte schnell erwachsen sein,
kann nicht erwarten des Lebens Pein.
 
Wie ein rasender Propeller
geht's dann schnell und immer schneller.
Man wird fünfundzwanzig, dreißig,
ist  vermählt und immer fleißig.
 
Ehe man sich recht besonnen,
ist man vierzig und benommen
von des Alltags Müh' und Plag',
was wohl noch alles kommen mag ?
 
Man überlebte Krieg und Krisen,
die guten Jahre und die miesen.
Ein jedes Jahr ein Meilenstein.
Mit fünfzig schmerzen Arm und Bein.
 
Älter wohl und auch viel weiser
tritt man doch ein wenig leiser.
Mit sechzig kommt heran die Zeit,
man lebt in der Vergangenheit.
 
Das Haus scheint übergroß und leer,
die Kinder fort - weit übers Meer.
Der Regen rinnt, die Sonne scheint,
die Frau am Grab des Mannes weint.
 
Sie scheint mit ihrem Los zufrieden,
sie zählt die Freuden und die Qual.
Wer weiss denn schon, was uns beschieden
in des Lebens Wartesaal.
 
               Karl-Heinz Fricke  11.09. 2005
 

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