Werner Malkowski

Cicero

oft ertappe ich mich dabei
dass ich rede und rede
erst der gelangweilte blick 
meines gegenübers lässt den erguss
systemvoll auslaufen

wer kennt nicht den elternredeschwall
der wie kalter regen auf dich niederprasselt
wo du nur ein hilfloses nicken 
als regenschirm zu bieten hast

der ehemann oder die ehefrau
die pausenlos reden oder schweigen
ach marcus tullius cicero
was hast du uns nur gelehrt

du römer mit schnauze
schöpfer des klassischen lateins
konsul mit stundenlangen gerichtsreden
bis dass der senat dir resignierend gehorchte

es hat sich nichts geändert
wir reden reden und reden
die im fernen osten die im nahen osten
die im irak und erst recht die in den usa

im bundestag im bundesrat
vor dem haager tribunal
und in jeder kneipe
bis zum weib und anhang

beim akt ganz nackt ist die wortwahl karg
oh gott oh gott oder ja ja ja
mehr ist das nicht bei höchster lust
ein röchelndes ich liebe dich

vor den ehepflichten reden sie
warum kopfschmerzen weh tun
und viele worte erklären das versagen
nur beim abschied sind wir alle stumm

der beerdigungspfarrer redet viel
und bei den erben geht das reden elf minuten nach dem rosenwurf los
und sie reden und reden um jede kommode

nun cicero bist du zufrieden mit deiner lehre
ich für meinen teil nehme mir vor 
wieder zuzuhören was man mir sagt

in der hoffnung keiner sieht mein oropax
 
/about Cicero.....
 
 

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Veröffentlicht auf e-Stories.de am 30.09.2005. - Infos zum Urheberrecht / Haftungsausschluss (Disclaimer).

 

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Stream of thoughts: Stories and Memories – for contemplating and for pensive moments (english) von Heinz Werner



Do we know what home is, what does this term mean for modern nomads and cosmopolitans? Where and what exactly is home?
Haven't we all overlooked or misinterpreted signs before? Are we able to let ourselves go during hectic times, do we interpret faces correctly? Presumably, even today we still smile about certain encounters during our travels, somewhere in the world, or we are still dealing with them. Not only is travveling educating, but each travel also shapes our character, opens up our view for other people, cultures and their very unique challenges.
Streams of thoughts describes those very moments - sometimes longer, sometimes only for a short time - that are forcing us to think and letting us backpedal. It is about contemplative moments and situations that we all know.

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