Jannes Krinner

Die Stodtmusikantn (inkl. Übersetzung)

steirisch
hochdeutsch
 
 
Es woa a Ejsl, old und grau,
runzlat schoa wia Origami.
Er lahnt, wal er net aundascht kau;
schoa ziemli reif 4 die Salami.

Ein Esel war an Jahren reich.
Es winkt ihm schon die Hüftprothese.
Dermatologisch Origami gleich ,
war er schon reif für Leberkäse.

Er hot si sei Lejbm laung gschundn,
olles wossa ghobb hot gebm.
Hiaz stehta do - am Bam aubundn -
und schaut schoa iwan Zaun van Lejbm.

Schwerstarbeit hat ihn geprägt.
Im nächsten Leben wär’ er schlauer.
Nun steht er hier ans Seil gelegt,
gelehnt schon an die Freidhofsmauer.

Do woa aa nou der olte Hund,
der hot aa schoa bold ausglittn.
Er woa net mehr goarasou gsund,
kummp fölli neamma aus da Hittn.

Es gab auch einen alten Hund.
Sein Zenith war längst vorüber.
Zum Aufsteh’n sah er selten Grund.
Er fällt auch meistens schon hintüber.

Sei Hintagstöll kau kaum nou gehjn.
Er hot si net mehr kolbm traut,
wal er hot nua mehr a poar Zehjn
dej hätts daunn sicha außaghaut.

Selten nur noch gab er Laut.
Er könnte seinen Zahn verlieren.
Der Haftcreme hat er nicht vertraut.
Das wollte er nicht mehr riskieren

Aa da Kotznbouck, a olta Greis,
kunnat uns schoa vül dazöhln.
Er mant, er faungat heit nou Mäus,
tatn eam die Wind net quöln.

Dann der Kater, sehr betagt,
könnte uns gar viel erzählen.
Auch dass er spielend Mäuse jagt,
würden ihn nicht Winde quälen.

In Woaheit issa lejtz banaund,
is den gaunzn Tog nua gschlaucht.
Dossa 9 Lejbm hot, des is bekaunnt
nur hotta 8 ½  vabraucht!

In Wahrheit ist er stets am Sand.
Ist gar nie von Schmerzen frei.
9 Leben hat er, wie bekannt,
nur sind 8 ½ vorbei.

Da Ärmste duat, aa kurz vuan Grob,
is da Hauh, komplett zalejmpat.
Er nimmpm goa sou ernst sein Job,
dossan gaunzn Tog nua pejmpat.

Der Ärmste dort, kurz vor dem Grab,
ist der Hahn, schon sehr ermattet.
Er hatte einen Hühnerstab,
weshalb er permanent begattet.

Des Schlimme is, er siacht nix mehr.
Er hot aa neamma krahn miegn.
A blinda Hauh, der hots holt schwer,
sou issa immas Folsche augstiegn.

Hinderlich für’s Unterfangen
war das geschwächte Augenlicht.
Er ist der Arbeit nachgegangen,
nur sah er seine Hühner nicht.

Biaschtn, Bejsn und sou Sochn,
steigga aun aunstott die Heandl.
Dej lossn daunn vua lauta Lochn,
aa olli Rand wou folln a Bearndl.

Bürsten, Besen und auch Pfosten
beglückte er anstatt Geflügel.
Das lachte sehr auf seine Kosten
und verlor dabei so manch Kothügel

Schaustas olle 4re aun,
is des hiaz holt jo a Jaumma.
Wal koana mehr sou richti kaunn,
steckns fost im Hulzpyjama.

Sieht man sich die Vier so an,
erkennt man schnell das große Drama.
Weil keiner mehr so richtig kann,
steckten sie fast im Holzpyjama.

Wals van Lejbm nix mehr dawoatn,
hom sej si aufd Nocht wegpiascht.
Sej schleichn hoamli duachn Goatn,
wal sie wulln nou net ind Wiascht.

Obwohl die Hoffnung nicht sehr groß,
woll’n sie es wissen ganz genau.
So zieh’n sie eines nächtens los,
denn sie möchten nicht zur TKV.

Ban Waundan hejbms daunn zan sing,
normal is souwos imma gfahlt.
Ba dej tuats oba net schlecht kling,
deswegn homs daunn in Graz vawalt.

Beim Wandern wird dann froh gesungen.
So ein Gesang , meist kakophonisch,
hat bei ihnen gut geklungen
und war nun wirklich sehr harmonisch.

Sou siacht mas in da Herrngossn,
den Hauh mit schwoaza Sunnanbrülln,
wias vullgas mit da Stimm aublosn
und wüld den Feinstaub duat aufwühln.

In Wien dann in der Herrengasse,
sieht man sie im Stadtgewühle.
Wie sie singen und das klasse.
Der Hahn mit schwarzer Sonnenbrille.

Sou klaubbs a Produzent daunn zsaumm,
der steht auf iwareife Chöre.
Da Hauh färbb daunn nou blound sein Kaumm,
seitdem sans „Hahno und die drei Tenöre“.

So lang bis ein Agent dann kam.
Er liebte überreife Chöre.
Der Hahn färbt dann noch blond den Kamm,
seit dem gibt’s Hahno und die drei Tenöre.

... das ist ein Märchen aus meinem zweiten Buch "Da Wulf is holt a oama Teifl", das im, November erscheint inkl. einer gleichnamigen Hör-CD, die vom LOUNGEPAKET übrigens auch wieder genial musikalisch begleitet wird. Ich freue mich schon auf ehrliche Kritik.
lg
jannes
Jannes Krinner, Anmerkung zum Gedicht

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