Lizzy Tewordt

Medien, Günter Jauch & Co.

Hab ich im Leben nichts erreicht,
die Medien machen es mir hier leicht.
 
Wenn ich zum Beispiel Urlaub brauch,
bewerb ich mich bei Günter Jauch.
Dann lande ich auf seinem Stuhl,
beantworte Fragen, lässig und cool.
Ruf einfach meinen Joker an,
befrag das Publikum sodann,
gewinn viel Geld, hab meinen Frieden,
und flieg davon schön in den Süden.
 
Gefällt mein Haus mir gar nicht mehr,
dann muß ganz schnell die " Tine " her.
Sie richtet mich komplett neu ein,
das alles für lau, ja, so muß das sein.
 
 
Bin ich mit der Erziehung überfordert,
wird Super-Nanny angeordert.
Die biegt mir dann die Kinder zurecht,
wie ich sie haben will, ist doch auch nicht schlecht.
 
Macht dann mein Partner mit mir Schluß,
Kai Pflaume alles regeln muß.
Er arrangiert ein Treffen zu Zweit,
schwups, ist mein Partner zum Neustart bereit.
 
Und fühl ich mich häßlich so dann und wann,
dann gibts ja die Sendung: "Vom Entlein zum Schwan ".
Da leg ich mich öffentlich unter das Messer,
seh danach aus wie Barbie und fühl mich viel besser.
 
Zieh dann für Wochen ins Big-Brother-Haus,
streite viel, werd nominiert, flieg wieder raus.
Hab kurzzeitig " traurige Berühmtheit " besessen,
bin vom Publikum Tage später vergessen.
 
Flieg mit dem Herzblatt-Hubschrauber nach Hause,
und brauch jetzt erst mal `ne Fernsehpause.
Und nervt mich jemand, wird zum Klotz am Bein,
dann setz ich ihn einfach bei E-Bay rein.
 
So läßt sich per Medien alles schnell lösen,
ach, ist früher dieZeit doch schön gewesen.
Man mußte selber regeln sein Glück,
ich wünsch mir die Zeit-bitte,bitte-zurück.
 
 
 

Heute gibt es für jedes Problem eine eigene Fernsehsendung. Ist das nicht schrecklich?
Lizzy
Lizzy Tewordt, Anmerkung zum Gedicht

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Buch von Lizzy Tewordt:

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