Evelyne Weissenbach

Auf dem Dach der Weihnacht

(das Weihnachtslied einer Handelsangestellten)
 
Langsam
steige ich die Stufen
zu unserem Dachgeschoß hinan
Die Füße schmerzen
der Rücken sticht
In meinem Kopf fängt leises Hämmern an
 
Ein schwerer Tag
Weihnachten naht
Und viel zu lang schon
dauert die Weihnachtszeit
Laute Musik
Blinkende Lichter
Schrilles Gedränge
Gequälte Hastigkeit
 
Die Kunden nörgeln
Die Kinder quengeln
Ein Lieferant kommt einfach nicht
Ein anderer der liefert falsches
Und in der Auslage
da brennt kein Licht
 
Die Weltnachrichten sind bedenklich
Not und Krieg
begleiten uns auf Schritt und Tritt
Angst und Trauer
und große Müdigkeit
Nehm' ich auf meinem Weg nach oben mit
 
Dann endlich
bin ich angelangt
Ein Seufzer
und ein tiefer Atemzug
Ich stell die schweren Taschen ab
Vom Stress hab ich jetzt sehr genug                                                                                                                                                                                                    
 
Advent Advent
Ein Lichtlein brennt
Der Duft von Mandarinenschalen
Von Tannenreisig und Gewürzen
Beendet sofort meine Qualen
 
Ich bin daheim
Und du bist da
Unter mein Dach
gelangen Lärm und Hader nicht
Die Wärme legt den Arm um mich
Der Frieden streichelt mein Gesicht
 
Und auf diesem Boden wachsen
Jedes Jahr um diese Zeit
Die Blüten meines Weihnachtssterns
In ihrem allerschönsten Kleid
 
Im Kleid der Stille und Besinnung
Auf das was wirklich für uns zählt
Ich spüre alles von mir abfallen
Was mich so oft von außen quält
 
Dann schlägt unsere entspannte Stimmung
Oft in Fröhlichkeiten um
Und wir singen Weihnachtslieder
Laut und falsch
doch mit Begeisterung
 
Ein Tee mit Rum oder ein Punsch
Bratäpfel oder ein paar Nüsse
Eine Geschichte oder ein Gedicht
Wer denkt da noch an wehe Füße?
 
Und dann kuschle ich mich fest an dich
Und schlafe selig ein mit deinem Kuss
Bis morgens dann der Wecker läutet
Und ich vom Dach der Weihnacht
wieder hinunter muss
 

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