Karl-Heinz Fricke

Findelkinder

Friedrich Wilhelm Theuerkauf
wuchs in einem Kloster auf.
Wie schlecht doch manche Mütter sind,
Friedrich ist ein Findelkind.
 
Eingewickelt in eine Decke
fand man ihn vor einer Hecke.
Die großen Kinderaugen, blau
erblickten plötzlich eine Frau.
 
Sie nahm das Kind auf ihren Arm
und nahm es mit zu ihrer Farm.
Stolz zeigte sie es ihrem Alten
und sprach, sie möchte es behalten.
 
Er sagte ihr gleich ins Gesicht,
kleine Kinder find' man nicht.
Genügend davon haben wir auch,
das achte ist in deinem Bauch.
 
Er achtete nicht der Frau Geschrei,
nahm das Kind zur Polizei.
Ein Protokoll ward aufgenommen,
ins Kloster ist der Bub gekommen.
 
Fast zwanzig Jahre lebt' er dort,
dann zog es ihn gewaltsam fort.
Wie ein Magnet zog den jungen Mann
ein hübsches, junges Mädchen an.
 
Seit Jahren lebte sie bei Bekannten,
die sie einfach Lisa nannten.
Sie kannte ihre Eltern nicht,
man fand sie vor dem Amtsgericht.
 
Zu Weihnachten wurden sie ein Paar
als fast ein Jahr vergangen war.
Danach feierten sie Silvester.
Lisa war seine Zwillingsschwester.
 
          Karl-Heinz Fricke  14.12.2005
 
                           Anmerkung: Das Leben geht oft seltsame Wege.

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