Harald Weckfort

Weihnachtsmärchen

 
Mir träumte von weißer Weihnacht
In der satten Dunkelheit der Nacht
Rieseln fast lautlos die Schneeflocken
Durch schummrig erleuchtete Fenster
Dringen sanfte Lieder über das Fest der Liebe
Der Duft nach Nüssen, Weihrauch und Glühwein
Erfüllt die Luft
Familien sitzen in Eintracht versammelt
Um ihre festlich geschmückten Bäume
Welcher sterben musste für ein paar Tage Idylle
 
Und erst einige Tage nach jener Harmonie
Füllen sich die Leichenhallen
Mit den leblosen Körpern jener
Welche nicht noch ein Fest der Nächstenliebe
In Einsamkeit, Trauer und Gram
Erleiden konnten
 

Vorneweg: Nein, ich bin nicht Selbstmordgefährdet! Aber ich kann es nicht verstehen, wie man mit ruhigem Gewissen ein solches Fest feiern kann, mit dem Hintergedanken, dass der Nachbar keine Familie hat...Harald Weckfort, Anmerkung zum Gedicht

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