Tobias Hachmann

Verurteilte Seele

Undankbarkeit liegt auf der Schwelle zwischen Traum und Verurteilung
Unberührte Sehnsucht angeklagt von falschen Siegeln der Richter
Seelenfeuer eingeäschert durch verachtende Normen
Jede letzte Glut, die noch in der Asche glimmt
Entfache ich mit meinem Herzenswinde zu einer ewigen Flamme
Deren lodernde Wärme totgesagte Gefühle nicht erfrieren lässt
Als Fackel der Sehnsucht für schuldig empfunden
Stehe ich nun vor dem Senat irdischer Lügen
 
Doch wofür wollen sie mich verurteilen?
Dafür, dass ich in Weltvergessenheit durch Gefühle schwebe
Deren Grenzenlosigkeit sie noch nie gespürt haben?
Dafür, dass meine Seele ein Spiegel ist
In den sie noch nie geschaut haben?
Dafür, dass jeder Funke meiner Sehnsuchtsfackel
Den Schleier ihrer einheitlichen Starre durchleuchtet?
Dafür, dass ich mich nach Liebe und Geborgenheit sehne?
 
Jede Mühe der Erfüllung bleibt unbelohnt
Seelenblindheit verurteilt das, was die inneren Augen nicht sehen können
Mein Geist verlangt stets dem Pfade meiner Sinne in die Freiheit zu folgen
Doch verbannt in Mauern aus Lügen voller Herzenskälte
Verkümmere ich als einsamer Sträfling im Kerker der Verleugnung
Die verurteilte Sehnsucht wächst mit jedem degradierenden Wächterblick
Und mit ihr wächst die ewige Glut meiner inneren Fackel
Flehende Flammen schillern durch durch das Gitter des emotionalen Kerkers
 
Doch wer sieht diesen mir aus tiefster Seele brennenden Schein der Wahrheit?
Erkenne den flehenden Tanz der Feuerzungen
Welcher uns dazu einlädt, in tiefster Herzensglut miteinander zu verschmilzen
Um sich gegenseitig zu befreien aus dem Gefängnis einer Scheinwelt
In der Gefühle durch Machtier und Status ersetzt wurden
Freiheiten gemeinsam geteilter Träume verspüren
Anstatt über die Emotionen des anderen zu richten
Noch immer hoffe ich auf ein Wesen, welches mich auf diese Weise retten kann
 

Dies ist eines meiner älteren Gedichte, geschrieben vor 4,5 Jahren... zu einer Zeit, in der ich noch viele negative Erfahrungen mit meinen Mitmenschen gemacht habe und diese zu verarbeiten versuchte. Mittlerweile hat sich mein Leben zum Positiven geändert, doch trotzdem habe ich die verarbeitete Vergangenheit durch die Veröffentlichung dieses Gedichtes nochmal aufleben lassen, um mir das Gefühl zu geben, dass ich diese Trauer nicht hinunterschlucken muss, sondern sie noch immer aus mir rausschreien kann, um jede einzelne Erfahrung, die ich aus ihrem Schmerz gezogen habe, zu vergegenwärtigen. Zu dem Zeitpunkt, als ich dieses Werk verfasst habe, war ich noch etwas überheblich... das Gedicht liest sich teilweise so, als wolle ich alle Erkenntnis und Wahrheit über das irdische Dasein für mich allein beanspruchen. Damals habe ich halt aus vollem Frust heraus geschrieben. Was ich mittlerweile an Erfahrung gelernt habe, ist, dass man nicht nur im Kerker warten muss, bis ein Wesen mit gleich starker Sehnsucht vorbeikommt, um einen zu berfreien... man findet nämlich den ersten Weg aus dem Kerker in sich selber, indem man seine Talente/ Begabungen ausnutzt, um die flehenden Flammen auch wirklich sichtbar nach außen kehren zu können. Erst dann ist es nämlich möglich, dass eine gleichgesinnte Retterin/ ein gleichgesinnter Retter die Flammen, die flehend aus dem Kerkergitter lodern, wahrnimmt. Tobias Hachmann, Anmerkung zum Gedicht

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Veröffentlicht auf e-Stories.de am 28.12.2005. - Infos zum Urheberrecht / Haftungsausschluss (Disclaimer).

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