Karl-Heinz Fricke

Der Einmannbunker

Als der Weltkrieg war zu Ende,
standen noch Bunker im Gelände.
Es lagen noch Bomben und Granaten,
zurückgelassen von den Soldaten.
 
Wie eine Litfasssäule stand er
auf dem Werkshof immer noch.
Dieser Einmannbunker,
fast drei Meter hoch.
 
Nun sollte er verschwinden,
er war nicht mehr modern.
Ich sollte Wege finden,
um ihn zu entfern'.
 
Kurze Löcher musst ich bohren
in den Beton hinein.
Es dröhnte laut in meinen Ohren,
dann das Donarit hinein.
 
Nur ein Stückchen steckte ich
in jedes Loch hinein.
Plötzlich stand vor mir ein Mann,
der sagte dazu "nein".
 
Es war der Steiger vom Revier.
Er verlangte dann von mir,
die Ladung zu verstärken,
denn ich müsst' mir merken,
dass Beton schwer zu sprengen sei.
Ich dachte mir meinen Teil dabei.
 
Darauf sagte ich gar nichts mehr,
nur, dass mit Schäden zu rechen wär'.
Lässig winkte der Steiger ab,
er wüsste wie das zu machen sei.
Er nähme es auf seine Kapp'.
Mir war dann alles einerlei.
 
Er entfernte sich danach,
schenkte dem Bunker noch einen Blick.
Er dachte wohl ein wenig nach
und kam nochmal zurück.
 
Alles war fertig und ich war bereit
die Sprengung durchzuführen,
jedoch der Steiger nahm sich Zeit,
mich neu zu instruieren.
 
Wegen des Splitterflug's es wär,
es mussten runde Pfähle her.
Rund um den Bunker aufgestellt,
sei aller Schaden aus der Welt.
Das war der Gipfel von Zuversicht.
Ich teilte diese jedoch nicht.
 
Als dieses letzte Werk getan,
schloss ich die Kabeldrähte an.
Die Kurbel drehte ich danach,
was folgte, war ein lauter Krach.
 
Als ich um die Ecke sah,
war der Bunker nicht mehr da.
Jedoch beim Näherkommen
ist mir das Lachen angekommen.
 
Die Pfähle waren verstreut und zersplittert,
als hätte heftig es gewittert.
Um viele Fenster war's geschehn,
vom Beton nichts mehr zu sehn.
 
Eine leere Fensterhöhle,
verursacht von einem der Pfähle.
Es war des Steiger Kontor
sinnend stand er plötzlich davor.
 
Eines hat den Mann geehrt,
er ist an den 'Tatort' zurückgekehrt.
"Oh mein Gott", hat er von sich gegeben.
Ein jeder irrt  nun mal im Leben.
 
               Karl-Heinz Fricke   09.01. 2005
 
               Anmerkung:   Ein Erlebnis aus meiner Bergmannszeit auf dem Werkshof des Erzbergwerk
                                    Rammelsberg zu Goslar im Sommer 1950.

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