Klaus-D. Heid

Peinlichkeit

Man spricht nicht drüber, schweigt es still,
obwohl man lauthals schreien will;
man leidet schrecklich und verschweigt,
was man noch nicht mal Freunden zeigt;
man kommt vor Schmerzen gar ins Schwitzen
und kann nur stehen – nicht mehr sitzen...

Man weigert sich, zum Arzt zu gehen
und bleibt statt dessen lieber stehen;
man kauft sich Cremes und allerlei
Tinkturen und es folgt der Schrei,
wenn man, weil man es mal vergessen,
versehentlich dann doch gesessen...

Man denkt daran, was Ärzte machen,
wie junge Krankenschwestern lachen,
wie Arzte sich daran versuchen
und bohren, schneiden und auch fluchen;
man denkt daran, was Scham einflößt,
wenn man sich so total entblößt...

Man spricht nicht drüber, schweigt es still,
weil man sich so nicht zeigen will
und doch – es lässt sich nicht vermeiden,
das Übel endlich wegzuschneiden.
Mit diesem Wissen und dem Schmerz,
fasst man sich schließlich doch ein Herz...

...und zeigt dem Doktor, schamgerötet,
was irgendwann vor Schmerzen tötet.
Man bückt sich tief und wird knallrot,
bis Schwester Jutta lächelnd droht:

Wenn Sie nun nicht die Backen spreizen,
entgeht uns viel von Ihren Reizen!
Ich bin noch frei; ich bin geschieden –

und hab nichts gegen Hämorrhoiden...

Hallo!

Ich würde gerne etwas mehr zu diesem Gedicht schreiben - aber ich kann nicht mehr sitzen...
Klaus-D. Heid, Anmerkung zum Gedicht

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Langsam gehe ich auf das sechzigste Lebensjahr zu. Da hinter mir nahezu jede emotionale Erinnerung »verschwindet«, besitze ich keinerlei sichtbare Erinnerung! Vieles von dem, was ich Ihnen aus meinem Leben berichte, beruht auf alten Notizen, Erinnerungen meiner Frau und meiner Mutter oder vielleicht auch auf sogenannten »falschen Erinnerungen«. Ich selbst erinnere mich nicht an meine Kindheit, Jugend, nicht an meine Heirat und auch nicht an andere hochemotionale Ereignisse, die mich zu dem gemacht haben, was ich heute bin.

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