Peter Perlofert

wir sind halt, wie wir sind

 
die russen sind so melancholisch.
indianer sterben schwindelfrei.
der pole klaut und lebt katholisch.
chinesen stehn in glied und reih.
 
asiaten sind schon scharf geboren.
die nazis fiel'n in deutschland ein.
die neger tanzen unverfroren.
zigeuner! nehmt die wäsche rein!
 
: wir wissen nicht wie,
doch wir sind, wie wir sind.
wir sind jedenfalls unsern eltern ein kind;
das beste, versteht sich,
wird nicht mehr aus uns -
irgendjemand hat uns verhunzt.
 
die römer küssen doch am besten.
franzosen riechen nach croissant.
ein türke spielt mit seinem kettchen.
die eskimos spiel'n "nase vorn".
 
ein jude säufzt sich monumente.
ein perser fliegt vom bombenteppich,
nachdem die belgierinnen flennten:
ach hätt ich nur, ach hätt ich...!
 
: wir wissen nicht wie,
doch wir sind, wie wir sind.
wir sind jedenfalls unsern eltern ein kind;
das beste, versteht sich,
wird nicht mehr aus uns -
irgendjemand hat uns verhunzt.
 
die amis haben keine ahnung
und kuba ist das letzte land.
hing an der mauer eigentlich 'ne warnung,
bevor ich sie nicht wieder fand?
 
und dir war jede toreinfahrt zu eng
und doch motzt du beim fußball schnippisch
"so viele männer stolpern über einen..."  peng!
da lagst du regungslos – wie typisch!
 
: wir wissen nicht wie,
doch wir sind, wie wir sind.
wir sind jedenfalls unsern eltern ein kind;
das beste, versteht sich,
wird nicht mehr aus uns -
irgendjemand hat uns verhunzt.
 

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