Hendrik Sollich
Erlkönigin
Dich suchte ich selbst durch Nacht und Wind!
In meinem Wahn wie ein fiebriges Kind;
Und hielt ich dich endlich in meinem Arm,
So wäre ich sicher, mein Herz wäre warm.
Doch birgst du vor mir dein schönes Gesicht -
Bist du die Erlkönigin nicht?
Die Erlkönigin mit Kron und Schweif?
Oder täuscht mich doch nur ein Nebelstreif?
»Du lieber Jung ich fleh' zu dir,
Wirst du nicht nur Spiele spiel'n mit mir;
Manch treue Worte hast du gesandt,
Doch ist das nicht nur ein gülden Gewand?«
Oh, Erlenkönigin, hörest du nicht,
Wie leise doch das Herz mir bricht?
Ich bleibe nicht lange mehr ruhig mein Kind;
In dürren Blättern säuselt der Wind.
»Willst, feiner Knabe, du mich nicht verstehn?
Findest du nicht nur meinen Körper so schön?
Und lüstet dich nicht nur der nächtliche Reihn,
Fällt Schelm dir nicht eine Andere ein?«
Nein, oh nein! Kein weiteres Wort!
Erlkönigin schickst du mich so einfach fort?
Erlkönigin, du Elfe, du weißt ganz genau:
Ich kann niemals lieben eine andere Frau.
»Ich liebe dich auch, mich reizt deine schöne Gestalt;
Doch fürcht' ich mich vor deiner rohen Gewalt.«
Ich kann es nicht glauben, das geht nicht an!
Niemals hät ich dir ein Leids getan! -
Bleibst du mir entfremdet du herrliches Kind?
Erreicht ich dein Herz nur mit Mühe und Not;
Ich folgte dir bis in den tot.
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Veröffentlicht auf e-Stories.de am 23.03.2006.
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