Bernd Rosarius

Ihr Kinderlein kommet....

Willi war ein kleiner Mann,
der wusste aber was er kann.
Nach der Schule im Beruf,
er sich eine gute Basis schuf.
 
Er war beliebt und konnte viel,
doch er hatte nur ein Ziel.
Eine liebe, nette Frau.
Häuslich, kinderlieb und schlau.
 
Die bekam er auch sehr bald,
sie gab ihm Rückhalt, gab ihm Halt.
Erst kam eins, zwei, vier, dann zehn.
Der Kindersegen war so schön.
 
Das Glück war nur von kurzer Dauer,
dann wurde Willi richtig sauer.
Die Wohnung war ja viel zu klein,
ins Auto passten sie nicht rein.
 
Das Haushaltsgeld reichte nicht,
gespart ach wurde schon am Licht.
Mutter musste wieder stopfen,
und auch wieder Teppich klopfen.
 
Vor dem Haus sehr viel Verkehr,
der Hinterhof war meistens leer,
die Nachbarn waren frech, das täglich,
der Lärm für sie war unerträglich.
 
Willi vernahm es hundertmal,
das Schreckenswort hieß asozial.
Willi wollte endlich raus,
fort aus diesem Mietswohnhaus.
 
Eine Wohnung musste her,
mit einem Garten bitte sehr.
Seine Arbeit will er pflegen,
lieben seinen Kindersegen.
 
Alle Kinder sind gesund,
und sein Leben kunterbunt.
Es war ihm wohl nicht ganz bekannt,
wie es war in seinem Land.
 
Er lief täglich Stund für Stund,
kräftig seine Hacken wund.
„Wie viel Kinder haben sie?
Soviel Platz habe ich nie.“
 
Geschlossen war so manches Tor,
man schaute  hinterm Vorhang vor,
sahen dem Willi hinterher.
Als ob er Aussätziger wär.
 
Der Chef ermahnte Willi streng,
zur Arbeit kommen, sonst wird es eng.
Hilfe leisten wollt das Amt,
da rief Willi, “nein, verdammt“,
 
„Almosen, die will ich nicht,
ich verlier nicht mein Gesicht.
Ich will arbeiten und leben,
der Familie Zukunft geben. 
 
Doch Willi sah es sehr schnell ein,
es ist nicht alles Sonnenschein.
Spielverbote in der Masse,
auch Verbot in jeder Gasse.
 
Doch was ihn wohl am meisten schreckte,
ein Schild das er am Zaun entdeckte.
Da stand in großer Schrift geschrieben,
Hunde und Kinder werden fort getrieben
 
Willi sah ein junges Paar,
schick gekleidet, schönes Haar.
Sie schlenderten durch ihre Stadt,
sie hatten Zeit und waren satt.
 
Willi dachte irgendwann,
sind diese Menschen alt und dann?
Sind sie kinderlos geblieben?
Haben sie gar abgetrieben?
 
Wollen Leben nur genießen,
sich mit nichts den Tag vermiesen.
Verantwortung für sich allein,
ja so kann auch Leben sein.
 
Willi ballt die  Faust und rief,
hier im Land läuft etwas schief.
Ich mache meiner Frau jetzt Mut,
ich kämpfe drum, es wird schon gut. 

 

© Bernd Rosarius

 

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Veröffentlicht auf e-Stories.de am 24.03.2006. - Infos zum Urheberrecht / Haftungsausschluss (Disclaimer).

 

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überall in unserem Leben.
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