Norbert Wittke

Der Limes

 Im Jahre 81 da sprach Kaiser Domitian:
"Morgen fangen wir mit dem Bau des Limes an.
Mein Bausparvertrag wurde endlich zugeteilt.
Wir bauen damit ein Bollwerk gegen die Germanen.
Wir weisen sie in ihre eingegrenzten Bahnen.
Wenn ihr Euch beim Bauen nicht mordsmäßig beeilt,
dann hebt die Römerbank die Bauzinsen wieder an."
 
Am nächsten Tag der Bau des Limes so begann.
Mit gutem Palisanderholz begann mann alles einzuzäunen,
was von ihnen zum Römischen Reich bis dazumal gezählt.
Grundsätzlich wurde für alles nur das beste Holz gewählt.
Hiervon kann ein jeder Bauherr sonst nur träumen.
Auch hohe Erdwälle wurden aufgeschichtet,
die Grenze damit noch besser abgedichtet.
Zusätzlich baute man Mauern noch aus Steinen,
zog tiefe Gräben, errichtete viele hohe Wachtürme,
damit der Feind schon weit erkannt und nicht die Grenze einfach stürme.
Festlaufen sollte er sich und vor Enttäuschung weinen.
 
Von Rheinbrohl ging der Limes quer durch den Westerwald,
durch Bäche, Flüsse über Berge bis zum Taunus bald.
Weiter ging es von Cannstatt bis nach Lorch.
Über 15 Jahre brauchte man für das gesamte Werk,
es sollte für alle werden das Jahrtausendwerk.
Die ersten Palisaden wurden bald schon morsch.
Es wurde sehr viel ausgebessert,
die Gräben immer wieder neu gewässert.
Bis 260 hielt der Limes allen Angriffen stand.
Er war die Grenze für das Römerreich,
doch dann wurden auch die Römer weich.
Die Germanen haben ihn ganz einfach überrannt.
 
Vieles wurde zerstört und abgerissen.
So manches hat die lange Zeit verschlissen.
Viele hundert Jahre gingen so ins Land.
Heute verkünden nur noch Reste und Ruinen,
wo einst die Römer am Limes hier erschienen.
 
Auch heute baut man noch Mauern , wo bleibt der Verstand?
Drum soll diese Geschichte beweisen:
Mauern, die uns trennen, die sind abzureißen!
Was dann bleibt ist der Geschichte Überlieferung.
Sie lehrt uns in alten wie in neuen Zeiten,
des Menschenwerk hält nicht für alle Ewigkeiten.
Es ist vergänglich, nur Reste bleiben zur Erinnerung.
 
Es wurde in dicken, schlauen Büchern aufgeschrieben,
was Menschen früher so auf Erden trieben.
Wie Zeit so verändert unsere ganze Welt.
Wir erfahren so alles von unseren Vorfahren,
wie sie lebten, wie sie liebten, wie sie waren,
was schlecht war, was uns heute noch gefällt.
 
(bereits am 10.06.2000 geschrieben)
Heute werden oder wurden einzelne Limesteile nachgebaut
und man verspricht sich daraus ein Geschäft mit Touristen.

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Veröffentlicht auf e-Stories.de am 28.04.2006. - Infos zum Urheberrecht / Haftungsausschluss (Disclaimer).

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