Rainer F. Storm

EIN TRÜBER TAG !

Nach einer gut geschlaf´nen Nacht,
bin ich um acht Uhr aufgewacht.
Was war da draußen nur gescheh´n?
Man konnte überhaupt nichts seh´n!
 
Es regnete und es war trübe.
Beim rausschau´n wurd´ man wieder müde.
Doch es half nichts und ganz genehm,
begann ich trödelnd aufzusteh´n!
 
Die erste Tat, die mir gelang,
war: Schalter hoch, das Licht ging an.
Noch schlafestrunken war die Miene,
doch hin ging´s  zur Kaffeemaschine.
 
Den Deckel auf, das war nicht toll,
die Filtertüte rammelvoll.
Ich nehm´ sie raus, doch meine Güte,
zu Boden fällt die nasse Tüte!
 
Jetzt aber schnell, der Dreck muss weg,
bevor ihn noch die Frau entdeckt.
Nun Kaffee in die Tüte rein,
das Wasser auch, dann schalt´ ich ein.
 
Der Kaffee läuft, so wie ich auch,
denn jeden Morgen ist´s der Brauch, 
dass ich verschwinde im Abort,
ganz heimlich und auch ohne Wort.
 
Die vierte Schlacht war nun geschlagen.
Die Blase leer, wie auch der Magen.
Ich fühlte mich jetzt richtig frisch
und deckte gleich den Frühstückstisch.
 
Nun hörte ich am Schlafgemach
die Türe geh´n und schaute nach.
Ich sah die Gattin huscht vorbei,
da fiel mir ein, das Frühstücksei.
 
Das Ei ist fertig, ich hol´s  raus.
Draus vor dem Fenster, welch ein Graus.
Es regnet jetzt grad wie aus Kübeln.
Passt man nicht auf, kommt man ins Grübeln.
 
Gestärkt, doch noch im Schlafanzug,
sitzt man am Tisch und macht sich Mut:
Vielleicht wird es heut´  Mittag schön,
dann könnten wir spazieren geh´n?
 
Von wegen schön, nichts ändert sich.
Ich geh´ zur Couch und lege mich -
ein bisschen hin und schlafe ein.
Wach´ auf beim Kerzenlichterschein.
 
Die Frau sitzt da, trinkt Kaffee, strickt,
ich nehm´ die Brille und mein Blick
geht hin zur Uhr, es ist der Hohn:
Da kommen ja die Fallers schon.
 
Nun ja, es ist auch schon halb acht.
Ich schau mal was das Wetter macht.
Das Fenster auf, gleich wieder zu,
zurück zur Couch und das im Nu.
 
Es folgt der Tatort, sagt die Frau,
ich streng´ mich an, mit Brille schau´,
ich höchstens zehn Minuten zu -
ich dreh´ mich um, welch´ eine Ruh´!
 
Die Gattin hatte ausgestrickt
und deshalb auch den Knopf gedrückt,
vom Fernseh´ - dieser ging dann aus -
es war zu ruhig - ich wachte auf.
 
Ich folgte ihr bis rein ins Bad
wo jeder seine Zahnbürst´ hat.
Sie war zuerst mit Putzen dran,
drum stellte ich mich hinten an.
 
War´n dann die Zähne "perlweiß" rein,
ging´s gähnend in die Kist´ hinein.
Doch da lag ich jetzt ziemlich dumm,
putzmunter und recht fit herum.
 
Dabei ging mir durch meinen Sinn,
der trübe Tag war nicht zu schlimm.
Im Gegenteil, ich hab´ gespart,
was sonst gar nie ist meine Art -
nur einmal musst ich mich bemühen
um meinen Schlafdress anzuziehen.
 
So will zum Schluss ich allen sagen,
dass meistens an so trüben Tagen,
die Faulheit siegt, so wie ihr seht -
doch jetzt : Gut Nacht!, es ist schon spät!
 
 
©  by rsto

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Veröffentlicht auf e-Stories.de am 28.04.2006. - Infos zum Urheberrecht / Haftungsausschluss (Disclaimer).

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