Silvia Pree

Melancholie im Mai

Wieder so ein Frühlingstag.
Mit einem Hauch von Herbst.
Böen, die auffrischen.
Und Wolkenstreifen am Himmel.
Blass.
Fast durchsichtig.
Aber irgendwann war Frühling doch anders…
Vielleicht bin ich einfach anders.
Vielleicht starren gerade zwei Verliebte in den Himmel.
Gemeinsam.
Lachen sich an.
War der Himmel je so schön?
Vielleicht.
Kann sein, dass ich den Herbst in mir trage.
Weil ich unglücklich bin.
Und nicht mehr weinen kann.
Schlimmer, als alle Tränen dieser Welt…

Ich sitze vor dem Flieder.
Die Beine überkreuzt.
Ich friere.
Es hat geregnet in der Nacht.
Und die Luft scheint schwer…
Ich bin kein einfacher Mensch.
Der Satz entsteht in meinem Kopf.
Nein.
Eines bin ich ganz sicher nicht:
Einfach.
Ich bin eigenwillig.
Durchaus stur.
Vor allem auch konsequent.
Und ich gehe meinen Weg.
Das bestimmt.
Ich hasse Leute die mich belügen.
Die mich manipulieren wollen.
Oder auch Wankelmütige.
Einmal so.
Einmal anders.
Ich habe mich an manchen Leuten verbrannt.
Von denen ich glaubte, sie würde sich ändern.
Für mich.
Oder zumindest für sich selbst.
Vergebliche Liebesmüh…
Heute sehe ich sie nicht mehr.
Auch wenn sie direkt an mir vorbei gehen…

Ich habe aufgehört zu vergeben.
Irgendwann.
Auch wenn ich es bisweilen versucht habe.
Wie jemandem vergeben:
Wenn er kein Einsicht zeigt?
Wenn er sich nicht entschuldigt?
Wenn er den Fehler nicht zugibt?
Verzeihen ist für dich.
Sagte einmal jemand.
Du legst den Ballast damit ab…
Ich kann es nicht.
Nein.
Wie denn?
Das ist unmöglich!
Ich kann es einfach nicht.
Weil ich mir dumm vorkäme.
Nachgiebig.
Und viel zu gutgläubig…

Mein Gesicht verkrampft sich.
Mein Bauch beginnt zu schmerzen.
Nicht aufregen!
Ich sage es mir immer wieder!
Morgen sieht es anders aus.
Ganz ruhig.
Sie sind es nicht wert…
Wert, dass du dich aufregst.
Oder dich ärgerst.
Während sie längst nicht mehr daran denken.
Und den nächsten übertölpeln…
Morgen ist ein anderer Tag.
An dem ich die Bürde nicht so stark spüre…
Ich muss nicht vergeben!
Wozu auch?
Aber ich muss mich nicht belasten mit ihnen.
Die lernen nie dazu.
Aber ich.
Und ich lasse es nicht zu.
Dass sie mich jetzt noch beherrschen…

Eine Hand tastet nach meiner.
Ich weiß, dass du es bist.
Ohne dich anzusehen.
Du bist da.
Als hättest du geahnt.
Wie sehr ich dich jetzt brauche…

Vivienne/Feuerlilie

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Veröffentlicht auf e-Stories.de am 20.05.2006. - Infos zum Urheberrecht / Haftungsausschluss (Disclaimer).

 

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