Rolf Bormuth

Das Zeitfenster

 
Manchem, so mutet es an,
da scheint die Sonne jeden Tag,
ein ganzes Leben lang.
 
Oh Früchte, wie leicht könnt ihr da reifen.
 
Manchem, so mutet es an,
da scheint der Boden fruchtbar
und das von Anfang an.
 
Oh Früchte, wie leicht könnt ihr da reifen.
 
Doch kann es sein,
gleich einer Pflanze in der langen arktischen Nacht,
nur wenige Wochen schenkt die Sonne Licht und Wärme.
 
Oh "Früchte", das ist Euer Zeitfenster,
nutzt es mit all Eurer gespeicherten Willenskraft zum Reifen.

Nicht jedem ist der Lebensweg auf Rosen gebettet, manche Menschen sind für lange Zeit verdammt in einem Gefängnis, einem Gefängnis, bestehend aus Krankheit oder einem strengen Elternhaus oder Finanznot oder auch einem unterdrückenden Partner oder einem beengenden politischen System... Dann kann es klug sein, wie eine arktische Pflanze zu leben, regungsarm aber bereit, auf das allentscheidende Zeitfenster zu warten, um es dann mit voller Entschlossenheit für ein blühendes Leben zu nutzen.

Es gab und gibt viele solcher Zeitfenster. Ob es der richtige Moment für die Wiedervereinigung beider deutscher Teile war, der Idealpunkt zum Kauf einer Aktie oder das Entsenden einer Rakete zum Pluto, der jenen günstigen Moment erst in weit über 200 Jahren wieder bieten würde:

„Die Gefängnisse des Lebens sind immer auch ein Ort des Kräftesammelns - mit Bedacht und Weisheit – für den Start zur Blüte der gesteckten Ziele.“
Rolf Bormuth, Anmerkung zum Gedicht

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Veröffentlicht auf e-Stories.de am 30.05.2006. - Infos zum Urheberrecht / Haftungsausschluss (Disclaimer).

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Die Gedichte begleiten durch die vier Jahreszeiten und erzählen wie die Natur erwacht, blüht und welkt, wissen von reicher Ernte zu berichten. Der Spätsommer im Park, winterliche Gefilde oder Mailandschaften scheinen auf. Der Autor verwendet meist gereimte Zeilen, zeigt sich als Suchender, der neues Terrain entdecken möchte. Der Band spricht von den Zeiten der Liebe, zeigt enttäuschte Hoffnungen und die Spur der Einsamkeit. Wut und Trauer werden nicht ausgespart. Es dreht sich das Kaleidoskop der Emotionen. Der kritische Blick auf die Gesellschaft und sich selbst kommt zum Zuge. Kassandras Rufe sind zu hören. Zu guter Letzt würzt ein Kapitel Humor und Satire. So nimmt der Autor seine Zettelwirtschaft aufs Korn, ein hoffnungsloser Fall.

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