Richard von Lenzano

Beim Friseur

 
 
 
Ich hab viel Haare auf dem Kopf
die vor den Augen hängen,
kann hinten flechten einen Zopf
seh' aus fast wie ein Wiedehopf -
die Haare mich bedrängen.
 
Ich raff mich auf, geh zum Friseur
will Haare schneiden lassen,
doch - dieser bringt mir zu Gehör
dass vor mir dran, viel Leute mehr -
was mir tat gar nicht passen.
 
Stunde um Stunde dann verrann
wie bestellt saß ich noch dort,
dann endlich - kam ich doch noch dran
ich war ja auch der letzte Mann -
mein Bus war längst schon fort.
 
Als ich dann in dem Sessel saß
legt man mir ein Laken um,
dann macht man mir die Haare nass
als wäre ich ein leckes Fass -
ich weis auch nicht - warum.
 
Dann ging sie los, die Prozedur
Haare in Massen flogen,
das rupft und zupft in einer Tour
von Sorgfalt merkt ich keine Spur -
dies ist jetzt nicht gelogen.
 
Dann, war es endlich abzuseh' n
der Meister war bald fertig,
man konnt' bei mir schon Tränen sehn
um meine Haare war's gescheh' n -
das wurd' mir gegenwärtig.
 
Mit dem Messer kam der Meister
der Nacken wurde ausrasiert,
der Meister wurde immer dreister
seine Qualitäten preist er -
da war es auch schon passiert.
 
Einiges ich hab' erlitten
durch die stumpfen Scheren,
jetzt hat der Meister sich geschnitten
und eilt hinweg mit schnellen Schritten -
ich kann' s ihm nicht verwehren.
 
Gehst zum Friseur, so denke dran  -
hab Geduld und auch viel Mut
setzt der Friseur das Messer an
er sich auch selber schneiden kann
besser ist  -  es fließt sein Blut.
 
 
 
 
Richard von Lenzano
© 01/1984

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