Manfred Bieschke-Behm

Ein Morgen am Fluss

Die Sonne blinzelt fast verstohlen durchs ufernahe Schilf
und versucht vergebens des Baumes Wurzel zu erhellen
der mächtig wipfelwigend in den wolkenlosen Himmel ragt.

Ein Eichenblatt um sich selber kreisend
der Flug, der vorbestimmt nicht scheint, beginnt
und endet im Wasser, nicht wissend wo das Ziel wird sein.

Vom Ast zum Blatte kaum sichtbar Fäden wie Seide glänzend
an denen perlenähnlich Tropfen weilen noch aus Morgentau
durchhängend schwingend zum Netzt der Spinne führend.

Libellen elfenhaft lautlos über dem Wasserspiegel gleiten
halten inne um kurz darauf den Flug zu fliegen den sie müssen
mit unbekanntem Ziel und dennoch voller Illusionen.

Im kristallklaren Wasser spiegeln sich Lilien blau und stolz
voll Eitelkeit der Schönheit ihrer sich bewusst
doch wissend, das sie zeitlich sind nur da und nicht von langer Dauer.

Kreise wie von Geisterhand gezogen machen aufmerksam
und lassen glauben, dass das Wasser tanzt,
doch sind es nur die Fische, die die Morgenkühle grüßen

Nebelschwaden wabert wie feenhafte Wesen über die Wiese
künden an, dass der Tag beginnt und die Nacht unabänderlich verdrängt.
Lange Schleier ziehen gleitend in den Wald der Dunkelheit gepachtet.

Ein Specht die Rinde will durchdringen
sein klopfen hallt echogleich wie tausendfacher Herzensschlag,
da ziehen Schwalben ihre Bahnen und fangen Mücken sich im Flug.

Gerne wäre ich noch geblieben doch jede Zeit findet irgendwann ein Ende
so auch ein Morgen am Fluss mit seinem unverwechselbaren Anfang.

Mit "Ein Morgen am Fluss" habe ich versucht die Stimmung einzufangen, die ich bei meinem letzen Besuch im Spreewald empfand. Ich finde, es ist wunderbares Gefühl die unberührte Natur zu beobachten und das Bewusstsein, das Augen und Ohren empfänglich dafür sind. Manchmal habe ich das Gefühl. dass vielen Menschen diese Gabe abhanden gekommen ist. Welch ein Verlust. Manfred Bieschke-Behm, Anmerkung zum Gedicht

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