Rolf Bormuth

Der Name ist alles?

 
Ein großartiges Bild,
es gefällt mir gut,
es muß sehr wertvoll sein.
 
Ein Name steht darunter,
welch verräterischer Hinweiß.
 
Ein kluger Satz
er überzeugt mich sehr,
er trägt reichlich Größe.
 
Ein Name steht darunter,
er lenkt die Gedanken zu definiertem Werte.
 
Eine wahnsinnige Erfindung,
sie wird die Welt verändern,
Menschen werden sie bald nicht mehr missen wollen.
 
Ein Name steht darunter,
doch halt, was wenn er fehlte.
 
Ein großartiges Bild?
...ein kluger Satz,
eine bahnbrechende Erfindung?
 
Legen wir ein Tuch über die Namen,
lassen wir die Seele der Begierde alleine sprechen,
dann zeigt sich was wirklich groß, was schön, was die Welt in Atem hält.
 

Es gab einmal eine Ausstellung in Hamburg. Sie wurde mit höchster Professionalität inszeniert. Ehrwürdige Hallen waren die Kulisse, große Namen die Schirmherren, auf edlem Papier wurden die Einladungen gedruckt. Neben den Bildern des großartigen Künstlers hingen sündhaft hohe Preise. Es sollte ein ganz besonderes Ereignis werden, die Würdigung eines Künstlers, dessen Namen man noch nicht gleich Preis geben wollte. Das erlauchte Publikum kam, sah und staunte. Eine ehrfürchtige Kunstszene verneigte sich vor den Leistungen des bedeutenden Künstlers. Dann kam der große Knall, der "Künstler" wurde hereinbekleidet: Ein Affe. Und urplötzlich schienen die Klecksbilder des noch vor wenigen Momenten gefeierten Genies nichts anderes als eben: KLECKSBILDER! Ist der Name alles oder sollten lieber doch andere Kriterien Meßlatte sein?

Herzliche Grüße, Rolf
Rolf Bormuth, Anmerkung zum Gedicht

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Außen- und Innenwelt unserer Seele stehen in einer Wechselbeziehung zueinander. Wir können untereinander so unerreichbar und uns doch so nah (zugänglich) sein! Verschwimmen die Grenzen von außerhalb/innerhalb nicht auf gewisse Weise? Denn wir erwarten, von außen, von der Partnerseite her, das zu finden, was in uns selbst fehlt. Wir erteilen uns Botschaften und dienen uns als Spiegelbilder. Wenn wir unsere Wahrnehmungen schulen, können wir viel von dem aufnehmen, was uns die Umwelt sagen will. Es gilt, sich mit seinen Ängsten und inneren Wunden zu arrangieren, um sich im Sein zu öffnen. Das Sein kann dann als Bindeglied vom "Ich und du" zum "Wir" zu verstehen sein.

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