Justyna Stanisz

Maskenball

Der Wind weht
durch das Menschentreiben.
Jeder einzelne steht,
doch kann niemand lange bleiben.
 
Jeder bleibt zu knapp,
um in diesem stillen Jagen
zu erkennen, dass alle,
alle ihre Masken tragen.
 
Nimmt man seine Maske ab
und hält einen Moment inne,
so sieht man die goldene Halle
und hört die singende Stimme.
 
Der Raum: ein Maskenmeer,
Die Ballkleider: aufwendig und lang.
Alles ist reich verziert.
Und die Paare tanzen zum Gesang.
 
Doch die Masken sind leer.
Alles wirkt so finster.
Ein Blick den andern verliert.
Sind alle nur tote Gespenster?
 
Verloren zwischen den tanzenden Masken,
erstickt man in der gleichgültigen Menge.
Man will nur noch den Ball verlassen
und verschwinden aus dieser kalten Enge.
 
Setzt man wieder seine Maske auf,
so ändert sich der Dinge Lauf:
Es scheint, dass sich's wieder zum Normalen fügt.
Doch, Vorsicht, denn Schein trügt.
 
 
verfasst 2004

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