Karl-Heinz Fricke

Die Psychopathin

Das alte Fräulein Liesel Kater
ging zu einem Psychiater.
Das wunderte den nicht mehr,
denn sie litt an vielem sehr.
 
Beim letzten Mal war's eine Maus,
die bedrohte sie in ihrem Haus.
Das Tierchen könnte gefährlich sein,
bildete sie sich ängstlich ein.
 
Einst lachte sie ein junger Mann
auf ihrem Morgenspaziergang an,
da hat sie sofort geglaubt
die Unschuld würde ihr geraubt.
 
Ihre alte Liegestatt
vier dicke, runde Beine hat.
Ein Mann hätte sie sehr erschreckt,
der darunter sich versteckt.
 
Der Arzt überlegte ein paar Minuten.
wie wohl zu helfen wär' der Guten.
Sie fühlte sich nicht sicher mehr
und fürchtete sich vor vielem sehr.
 
Der Arzt nun auch geschäftlich dachte,
als er der alten Liesel sagte:
"Der Mann wird sicher Sie nicht töten,
aber sieben Behandlungen sind vonnöten.
Jede kostet Sie hundert Mark.
Der Tabak war für sie zu stark.
 
Sie engagierte einen Zimmermann,
der sah ihr altes Bett sich an.
Und er wusste ganz genau,
wie zu helfen war der alten Frau.
 
Sie grad' aus der Küche kam
als der Mann die Säge nahm.
Und so musste sie erleben
das erste Bein lag schnell daneben.
Die andern drei mit wenig Kraft
hat er spielend auch geschafft.
 
Nur zwanzig Mark der Arbeitslohn
anstatt 700, das lohnte sich schon.
Nun kann sie schlafen jede Nacht,
weil das gute Werk vollbracht.
 
Wie eine Wanze man zerdrückt,
war auch das andere geglückt,
denn sie hatte wirklich recht
und dem Kerl erging es schlecht.
 
Denn er wurd' nicht wieder munter
als die Bettstatt fiel herunter.
Wie eine Briefmarke so platt
fand darunter er sein Grab.
 
       Karl-Heinz Fricke   19.09.2006

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