Robert Fischaleck

Traum von einem Nest

 
Wenn Nachts mein Traum ein Nest erfindet
im Mondlicht alle Kuschelwünsche,
an mich bindet
und treppauf steigt in den Himmelsmantel
und heimholen will, den plötzlich warm
geword'nen Erdtrabantel.
Dann fühl ich diesen seltsamen Stich,
und mein Herz wirft seit langem schon
eine Kußhand hinterher,
denn es weiß ja, ich träum
den Traum von der Liebe
und dreht mich im Schlaf,
daß ich doch noch ein wenig liegen bliebe.
Eine Umarmung und dann
schickt der Weltraum seine Boten
an alles was atmen kann,
und füllt sich mit Inhalt,
was vorher konnte
nur davon träumen
und suchen wollte,
in all den Lebensräumen -
und geht wieder zurück in den Weltraum
und atmet ganz still
und jeden Morgen weiß ich,
daß diesen Flügelschlag
ich doch noch mal hören sollte.

Aber wenn ich sie dann einholen will,
die Segel und Flügel meiner Träume
Und meine Rufe am Strand
meiner Worte und Zwischenräume
nach den Fußspuren suchen
und mit bloßen Händen
nach Lebenszeichen graben,
dann ist dort nichts,
als der Gesang der Sirenen,
wie sie einst so viele angekommen wähnten
und sie blieben zurück.
Und all mein rufen und graben und sehnen,
verliert sich im Gräusch
des immer größer werdenden Bauwerks
eines plötzlich ganz and'ren,
der sich Tag nennt und Tat
und bare Münze wirft für jeden
der Zeit dafür hat.
 

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