Norbert Wittke

Bundesregierung oder sinkendes Schiff

 
In Berlin soll es eine Bundesregierung geben,
das erfuhr ich erstaunt in der Presse eben.
Ich weiß nicht, ob es die Wahrheit ist,
doch das behauptet so ein Kolumnist.
 
Drum wollte ich es für mich testen,
rief an bei einem so total Gestressten.
Antwort: "Eine Regierung gibt es nicht,
wer das behauptet führt sie hinters Licht.
Da gibt es nur eine große Koalition,
die sich beschimpft in rüdem Ton.
Sie sitzen alle dort in einem Boot,
auf harten Untergrund traf schon oft das Lot.
Sie driften ab von Riff zu Riff,
versenken dabei bald das schöne Schiff."
 
Die Antwort hat mich mächtig interessiert,
darum habe ich mich über alles informiert.
In meinem Nachruf kann man nun lesen,
wer alles auf dem schlingernden Schiff gewesen.
 
Da waren Angela Merkel, Franz Müntefering,
ihre Verdienste waren stets sehr gering.
Dann Wolfgang Schäuble, Frank Walter Steinmeier,
zwei unbedarfte obscure Marktschreier.
 
Dabei Brigitte Zypris, Peer Steinbrücken,
die bei niemand hervorriefen ein Entzücken.
Dann Horst Seehofer, Michael Glos,
auch mit ihnen war nicht viel los.
 
Ferner Ursula von der Leyen, Franz-Josef Jung,
sie brachten auch den laden nicht in Schwung.
Wolfgang Tiefensee und die verhasste Ulla Schmidt,
ob sie mal dachten, das bekam keiner mit.
 
Siegmar Gabriel, Annette Schavan,
die brachten nie das Schiff etwas voran.
Heidemarie Wieczorek-Zeul, Thomas Maiziere,
die steigerten auf dem Schiff das Elend sehr.
 
Wenn sie nun mit dem Schiff endlich untergehen,
will ich sie niemals mehr auf Erden sehen.
Es hole sie alle der Klabautermann,
weder Himmel noch Hölle fängt mit denen etwas an.
 
Denn nichts konnte sie auf der Titanic trennen,
das soll die ganze Welt beim Untergang erkennen.
Wenn sie endlich mit ihrem Schiff im Sturm versinken,
werde ich mich einige Tage froh und erlöst betrinken.
 
26.10.2006                  Norbert Wittke
 
(zu dem Gedicht hat mich gestern eine Karikatur im Stern animiert)

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