Manuela Predan

Beneidenswertes Leben!

Eine MUTTER spricht:
„Ein Kind ist wirklich ein großer Ballast.
Sei froh, dass d u , liebe Freundin, keins hast.
Die Nerven die brauchst du, das sei dir gesagt,
weil oftmals der Vater als solcher versagt.
Du weißt ja gar nicht, wie gut du es hast,
glaub mir, du hast wirklich rein gar nichts verpasst.
Der Vater, der spürt ja sein Kind wirklich kaum,
der lebt in der Firma und spinnt seinen Traum.
Kommt er erst am Abend und spielt abgehetzt,
hat er nicht gespürt, als sein Kind war verletzt,
der Topf umgestossen mit Kinder-Kaka,
die Milch ausgespuckt und das ganze Trara...
Der Vater strahlt sein Kind an, wenn’s schon schläft
und meint, die Erziehung sei allein mein Geschäft.

D’rum bitte, pass auf und sei gescheiter als ich –
Ein Kind und ein Mann heutzutag – lieber nicht.
So gut wie du’s hast, ich könnt Dich beneiden.
Du bist ja die Reichere von uns beiden.
Dein Geld, das kannst du im Urlaub verprassen
und brauchst auf nichts außer Dich selbst aufzupassen!“

Eine SINGLE-FRAU spricht:
„Ich bin ewigst nur die Starke daheim.
Kein Wunder, ich bin ja dort auch ganz allein.
Ob Gas oder Miete, Strom und TV,
ich gelte daheim als „Das mach ich selbst-Frau“.
Wed Freund, noch Geliebter, noch Kumpel, noch Mann,
der mir bei der Arbeit im Haus helfen kann.
Ich jobbe und zahle und putze und jobbe,
am Abend ich hundemüd heimwärts mich robbe.
Für acht bis zehn Stunden im engen Büro
sagt die Chefin nur stets „Na, machen Sie’s so.
Ach nicht doch. Bis gestern. Hab’s angedacht.
Ich weiß nicht. Mal sehen. Hab es anders gemacht....“
Kein Kuss, der mich weckt, nur ein schriller Alarm.
Obwohl ich verdiene, bleib ich ewigst arm.
Ein Urlaub, den kann ich mir einfach nicht leisten,
weil Handwerker, Firmen und alle die dreisten
alltäglichen Dinge finanziell so erdrücken.
Die Jahre vergehen, hinterlassen nur Lücken.
Ein Mann ist ein Dach, eine Heizung, viel Spaß,
Schutz und Ernährung, Erotik nach Maß.
Der höchste Gewinn, das tiefste Vertrauen,
zu zweit in die eigene Zukunft zu schauen.
Und da wir so lieben, begehren wir auch
sein Kind, seine Gene in unserem Bauch.
Du hast es gut, so behütet zu sein,
Dein Mann bringt das Geld für 3 Menschen gern ein!“



Ein VATER spricht:
„Ich wünschte, ich könnte genauso wie sie
mich ganztags ergeben nur der Harmonie.
Ich gab meiner Frau vorm Altar das Versprechen,
ich würde die Fürsorge niemals ihr brechen.
Ich hab ihr ein Haus ganz nach Maß hingestellt,
mit Garten und allem, was lebenslang hält.
Sie liebt ihre Küche, die ist ihr Besitz,
Geräte nach Wunsch, elektronische Hitz.
Die Bank sagte anfangs zwar „Nein, nicht für Sie,
wir brauchen Ihr Leben noch als Garantie.“
So hab ich Polizzen für alles zur Not.
Meine Frau soll nicht arm sein nach meinem Tod.
Ich bin jetzt soweit, dass ich besser verdien,
die Arbeitszeit streckt sich zwar länger dahin,
doch mit allen Stunden, die ich mach noch mit,
zahl ich ab die Zinsen für den Möbelkredit.
Mein Kindlein, das süße, ich miss es am Tag.
Ich hab’s nur gesehen, wie’s im Bettchen noch lag.
Um 6 in der Früh fahr ich in die Kanzlei
und denk, ach wie schön, wär der Tag schon vorbei.
Dann hätt ich’s genauso gemütlich wie sie ...
meine Frau ist bei uns auch das Haushaltsgenie.
D’rum führt sie die Konten, das Wirtschaftsbudget,
ich krieg nur paar Euro für’s Kantinenbuffet.
Das Auto braucht meine Frau. Ist doch klar,
dass ich in die Stadt mit dem Autobus fahr.
Wir wohnen am Rande der Stadt, grüne Zone,
nur merke ich selber halt nicht, wo ich wohne.
Zuhaus bin ich selten, nur abends zum schlafen,
ich muss eben mehr, noch viel mehr Geld ranschaffen.
Sie sagt, „Schatz, ich bitt dich, das ist doch normal,
jede geht zur Kosmetik, Solarium, Thermal!“
Und will ich am Sonntag halt nur meine Ruh,
dann schaut sie mich an und seufzt „Langweiler, Du!“
Ich will ja nicht klagen, ich wäre nur froh,
säß ich mal daheim und s i e im Büro!“

Ein SINGLE-MANN spricht:
„Ich bin gern in Bars, in der Disco, im Pub,
weil ich ja zu Hause kein Weibchen noch hab.
Es ist niemand da, der mich täglich ersehnt,
mich bekocht, mit mir spricht und sich an mich lehnt.
Die Freunde natürlich, die treffe ich viel
im Sportclub, am Golfplatz und beim Kartenspiel,
die sind mein beliebtester männlicher Kreis,
von denen ich nichts zu persönliches weiß.
Die Wohnung ist grade gemütlich genug
mit TV und Hifi, ein Bett mit Bezug,
Mikrowelle und ein Kühlschrank voll Bier -
es bleibt ja nicht lang über Nacht jemand hier.
Die Frauen sind ja willig, da gibt’s kein Problem,
nur hätt ich’s gern etwas nett und bequem.
Ein Frühstück ans Bett, ein „Wie war’s im Geschäft?“
Eine Frau, die auch gerne mit mir länger schläft.
Sie bräuchte nicht schön sein, mehr lieb und charmant,
mich pflegen bei Krankheit, mir halten die Hand.
Ich wäre gern häuslich, fände ich SIE,
die Frau für das Leben mit Glücksgarantie.“

So leben gar viele im Gedanken daran,
dass der andere was besseres anfangen kann.
Die Ledigen träumen von Familie und Heim...
die Eheleut wünschen alleine zu sein...
Ob Frau oder Mann, ob im Job, ob privat,
ein jeder ist sauer mit dem was er hat.

D’rum:
Bleib dankbar, wenn Du mal die Chance erhälst
zu w ä h l e n das Leben – so wie’s Dir gefällt!!






















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Veröffentlicht auf e-Stories.de am 13.01.2003. - Infos zum Urheberrecht / Haftungsausschluss (Disclaimer).

 

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