Richard von Lenzano

Der Weihnachtsbaum

 
 
 
 
 
 
 
Vor langer Zeit
als Weihnachten weit,
da standst du im Tann
und fragtest dich - wann?
 
Wann holt man dich fort
von dem kalten Ort,
und stellt dich ins Zimmer
mit Kerzen und Glimmer.
 
Die Zeit sie lief
die Natur sie schlief,
doch dann kam ein Mann
und fasste dich an.
 
Hob hoch dein Kleid
man hörte es weit:
die Säge -  sie sang
mit hellem Klang,
 
man lud dich auf
du kamst zum Verkauf,
du strahltest mit Feuer
deshalb warst du teuer.
 
Ich hab' dich gesehen
um mich war' s geschehen,
ein so schöner Baum
ich fasste es kaum.
 
Ich hab' dich erworben
als du schon gestorben,
doch - du hattest noch Saft
denn - du brauchtest noch Kraft.
 
dann hab' ich dich eingestielt
du mit deinen Nadeln schielst,
ich hab' dich auf den Tisch gehoben
dein süßer Duft hat mich umwoben.
 
Ich stellt' dir Kerzen in dein Kleid
vor allem unten - wo es weit,
auch Kugeln hängt ich an den Ast
weil das zu deinem Kleide passt,
 
Lametta ward noch angebracht
dann strahltest du - welch eine Pracht,
Kerzen hab' ich angemacht
man sah schon, wie du friedlich lachst.
 
Die Bescherung war vorbei
danach warst du einerlei,
wir hatten die Freude -
so sind sie, die Leute.
 
Danach hat man dich abgeschmückt
dein grünes Kleid ward arg zerpflückt,
man stellte dich dann in den Garten
dort kannst du bis zum Frühjahr warten.
 
Mein lieber, kleiner Weihnachtsbaum
dies war nicht nur ein böser Traum -
der Mensch benutzt - und wirft dann weg
wenn man erfüllt hat, seinen Zweck.
 
 
Vor langer Zeit
als Weihnachten weit,
da standst du im Tann
und fragtest dich - wann?
 
 
Doch heute - wo du hast Ruh'
da fragst du dich nur - wozu?!
 



 
Richard von Lenzano
© 12/79 

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Eine klare und leicht verständliche Sprache sowie wohlgeformte Reime ermöglichen dem Leser einen guten Zugang zu den Gedichten.
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