Monika Wilhelm

die frage des seins

weisst du...sie reden vom leben
das sie lebens-wert nennen
nur bei wissen um die eigene vergangenheit
und der kommenden zukunft
als wahres *sein*...
und ihre stimmen werden lauter
im rufen nach selbstbestimmung
der hilfe zum sterben
vor dem gefürchteten *nichtsein*...
 
schweigend sitz ich da
und ich denk an dein lächeln
im jetzt
ohne dass du dein gestern erinnerst
ohne wissen um deinen morgen
und meine seele lächelt
in deinem *wahren sein*
das uns beide sonnenwärmt
in unserem *moment*
ach wie bist du für mich liebe...
 
 
© mmw 

die frage der *sterbehilfe* und was ein leben lebenswert macht...wie die verschiedenen denkrichtungen versuchte ich im gedicht festzuhalten...

Monika Wilhelm, Anmerkung zum Gedicht

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Veröffentlicht auf e-Stories.de am 23.11.2006. - Infos zum Urheberrecht / Haftungsausschluss (Disclaimer).

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Dem Leben entgegen von Monika Wilhelm



Zwei sensible Frauen, die sensible Gedichte schreiben. Beide schürfen tief. Da bleibt nichts an der Oberfläche. Beide schöpfen aus ihrem emotionalen Reichtum und ihrem souveränen Umgang mit Sprache. Dabei entfalten sie eine immer wieder überraschende Bandbreite: Manches spiegelt die Ästhetik traditioneller formaler Regeln, manches erscheint fast pointilistisch und lässt viel Raum für die eigenen Gedanken und Empfindungen des Lesers. Ein ausgefeiltes Sonett findet sich neben hingetupften sprachlichen Steinchen, die, wenn sie erst in Bewegung geraten, eine ganze Lawine von Assoziationen und Gefühlen auslösen könenn. Bildschön die Kettengedichte nach japanischem Vorbild! Wer hier zunächst über Begriffe wie Oberstollen und Unterstollen stolpert, der hat anhand dieser feinsinnigen Texte mit einem Mal die Chance, eine Tür zu öffnen und - vielleicht auch mit Hilfe von Google oder Wikipedia - die filigrane Welt der Tankas und Rengas zu entdecken. Dass Stefanie Junker und Monika Wilhelm sich auch in Bildern ausdrücken können, erschließt an vielen Stellen eine zusätzliche Dimension [...]

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