Ursela Seitz

der verlorene Sohn

Es ist Heiligabend die Straße wie leergefegt,

die Fenster erleuchtet vom Christbaumschein.

Als eine Gestalt sich durch den Schnee bewegt,

ein junger Mann an Weihnachten so ganz allein?
 

Nach vorn gebeugt als ob er mit Last beladen ist,

bleibt er öfters mal stehen, und stöhnt leise auf.

Unterwegs zur Mutter, ob sie ihn noch vermisst?

Sie kennt doch sicher auch seinen Lebensverlauf.
 

Die Schulzeit beendet, dann Lehre geschmissen,

abgerutscht in die Kriminalität, dann die Flucht.

Dafür hat er im Gefängnis nun büßen müssen,

er ist wieder frei, auch von seiner Drogensucht.
 

Nun sieht er schon von weitem das Elternhaus

und dort eine einzelne Kerze im Fenster stehen,

so wärmend trotz der Kälte, sieht die Flamme aus

darum beeilt sich der Mann um schneller zu gehen.
 

Manchmal scheinen sich Gedanken zu übertragen,

denn seine Mutter kommt ihm auch schon entgegen.

Weinend vor Glück sie sich nun in den Armen lagen,

dieser heilige Abend wird lange die Herzen bewegen.

 

 

 

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Veröffentlicht auf e-Stories.de am 13.12.2006. - Infos zum Urheberrecht / Haftungsausschluss (Disclaimer).

 

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