Karl-Heinz Fricke

Der Stein in Gottes Garten

Hoch angesehen und geachtet,
der Priester mit dem roten Haar.
Er war als Mensch, genau betrachtet
ganz anders, als ihn jeder sah.
 
Der scheinbar, ach, so Tugendsame
hatte finstere Gelüste.
Er suchte nicht die Lebedame,
verlangte nicht nach Schoß und Brüste.
 
Seine Lust galt nur den Knaben,
die in seine Pfarrei kamen.
Die Jungens, fast noch Kinder, litten,
es half kein Flehen und kein Bitten.
 
Niederträchtig war sein Tun,
nur manchmal liess es ihn nicht ruh'n.
Doch gar zu stark war sein Verlangen,
in seiner Wolllust eingefangen.
 
Er schüchterte die Buben ein,
redete von Seelenheil,
ignorierend seiner Opfer Qual,
sprach er von Gottesakt und Ritual.
 
Alles kommt an der Sonne Licht,
an einen Zufall dachte er nicht.
Einem Doktor fiel  es auf,
da nahm das Schicksal seinen Lauf.
 
Der Bischof und der Kardinal
sagten aus vorm Tribunal,
sprachen von den Sünden im Leben
und dass der Herr wird stets vergeben.
 
So könne auch ein Priesterlein
vor Sünde nicht gefeiet sein,
denn der Drang sich zu entleeren,
könnt' auch ein Pfaffe  nicht entbehren.
 
Der Richter hörte alles an,
verurteilte den Sünder dann,
denn was der Übeltäter tat,
war ganz und gar nicht akkurat.
 
Er suche sich gefälligst ein Weib
für den privaten Zeitvertreib.
Geht es auch gegen die Religion,
der Herr würd' es verzeihen schon.
 
Als er die Strafe abgesessen,
war diese Warnung schnell vergessen,
er trieb es weiter mit den Buben,
bis sie am Ende ihn begruben.
 
In diesem Falle sieht man hier,
wenn ein Drang wird zur Manier,
dann hilft auch nicht der starke Wille,
und ganz bestimmt auch keine Pille.
 
          Karl-Heinz Fricke,  10.01.2007
 
 Anmerkung: Ich möchte hier festhalten, dass nur die schwarzen Schafe der Geistlichkeit
                        hier behandelt worden sind.

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