Christine Bouzrou

Ein Bauernjahr

 

Der Eismonat Januar bei den Bauern zieht ins Land,
einst war auch als Schmelzmond er bekannt.
Fleißig musste nun ein jeder sein,
aus dem Hochwald brachte im Januar das Holz man herein.
Die Stallburschen aber man bei einer anderen Arbeit fand,
sie setzten alle Arbeitsgeräte des Bauern aufs Neue instand.
Fleißige Mägde Flachs und Wolle spannen auf dem Rad,
aufgeräumt und gekehrt wurde an einem Januartag.
Und stets emsig und geschickt,
wurde im Januar die Wäsche und Kleidung der Herrschaft geflickt.

Narrenmond, so nannte man den Februar,
Arbeit für den Bauern war genug stets da.
Der Mais würde gerübelt, das Holz in Scheite gehackt,
ein jeder kräftige Mann hatte mit angepackt.
Und was im Januar nicht zum Ende gekommen,
wurde in den Februar mit hinein genommen.
Vorfrühling hieß Dämonen vertreiben zur Narrenzeit.
Dazu war man im Fasching gerne bereit.
Ausgelassen wurde gefeiert, bis der Aschermittwoch war da,
und das Ende der Fassenacht stets auch das Ende des Narrenmondes war.

Im Märzen der Lenz bei den Bauern zog ein,
und am 21.des Monats würde die Sonne genau über dem Äquator sein.
Auf dem Acker und Felde nun die Arbeit begann,
gebraucht wurde um die Erde zu lockern ein jeder Mann.
Das letzte Wintergemüse, Feldsalat Grün und Rosenkohl zur Ernte stand,
und fleißige Hände man beim Unkraut jäten fand.
Im Keller die ersten Frühkartoffeln keimten, Wassergräben reinigte man,
ja im Märzen zog der Bauer einen Jeden zur Arbeit heran.
Freizeit wurde kaum gekannt, Hände nie im Schoße lagen,
denn nur wer fleißig war, fuhr zur Ernte heim mit vollen Wagen.

Und zog der April, auch Ostermond genannt, dann ein ins Land,
die Knechte auf dem Felde man zum Düngen wieder fand.
Gesät wurden erst Hafer, dann Gerste und später kam die Kartoffel auf das Feld
und die Mägde derweil haben des Bauernhaus Garten bestellt.
Kräuter Gemüse und die ersten Sommerblumensaat war nun dran,
und auch die Zeit des wechselhaften Wetters begann.
Ein Scherz zum 1.des Monats durfte nicht fehlen,und war der April gekommen
wurde der Bauer von seinen Knechten und Mägden lachend auf den Arm genommen.

Wonnemonat, Blumenmond, so hat man damals auch den Mai genannt.
Die Eisheiligen wurden gespannt erwartet, darin man doch die Zukunft für den Sommer fand.
Erste Pflanzen blühten, das Vieh wurde auf die Weide gebracht
Bohnen Runkelrüben und Krautpflanzen wurden zur Saat fertig gemacht.
Der Maibaum wurde aufgestellt, strahlte bunt zur Zeit des Weidenmonde,
Zäune repariert, Feld und Bergwege instand gesetzt, falls man nicht im Tale wohnte.
Und fleißig wieder mal die Mägde und Knechte man auf dem Felde fand,
denn im Mai zog die Ernte von Rettich Rharbaber und Kohlrabi ins Land.

Juni, Rosenmonat, Zeit der Sonnenwende,
wieder sah man fleißig Hände,
die Heuernte stand ab der Mitte des Junis dann an,
dazu brauchte der Bauer wieder jeden Mann.
Und schnell bevor es war zu spät,
wurde auch schon für die Winterernte im Bauerngarten Grün und Blumenkohl gesät.
Wieder bei den Kartoffeln Unkraut gejätet und der Boden gelockert für die neue Saat
für die Sommerernte pflanzte man dann Kürbis Karotten Gurken und Salat.
Am Sankt-Veitstag wurden die Tiere auf die Alm getrieben,
wo sie dann den Sommer über bei einer Magde blieben.

Im Juli, einst nach Julius Cesar benannt, wurde das höher gelegene Heu eingefahren,
die Frauen währenddessen fleißig bei der Roggenernte waren.
Kirschen, Äpfel, Stachelbeeren, Pflaumen, saftig zum pflücken riefen,
die Knechte zum Schlagen des Bauholzes in die Wälder liefen.
Auch im Bauerngarten standen bereit die Rote Beete, Mangold, Erbsen und Karotten auch,
Flachs zum spinnen wurde geerntet, getrocknet, so wars der Brauch.
Die Sonne stand schon hoch am Himmel, die Arbeit war hart,
doch Zeit wo es hell war wurde damals so gut es ging die Zeit eingespart.

Der August, auch Ährenmonat, bekam von Kaiser Augustus seinen Namen geschenkt,
alle Aufmerksamkeit wurde ganz auf die Getreideernte gelenkt.
Und waren Weizen, Gerste und Hafer geschnitten dann,
brach die Zeit der Ruhe auf den Feldern, die Brache an.
Unkraut und restliche eingefurchte Halme verdörten in der Zeit,
man machte sich für später zum Unterpflügen auf den Feldern bereit.
Im Bauerngarten wurde das Wintergemüse ausgesät wie Wirsing Feld und wieder Kopfsalat,
aber zur gleichen Zeit zur Ernte Lauch, Zwiebeln und Hülsenfrüchte standen parat.
Auch Birnen Zwetschgen und einige Apfelsorten konnte man nun ernten,
die Mägde für den Kuchen fleißig die Pflaumen entkernte
 
Unkrautmonat sagt man wenn die Sonne im September wieder über dem Äquator steht,
das zweite Heu wurde eingescheunt, und mit den Tieren die Magd wieder zu Tale geht.
War es ein ertragreiches Jahr, begann nun für den Bauern die schönste Zeit zum Erntedank
auf die gute Ernte, die gesunden Tiere man ein selbst gebrannten Schnaps dann trank.
Die Kammern waren mit Früchten und Gemüse gefüllt, die Scheunen mit Futter fürs Vieh,
und auch der Abtrieb der Tiere wurde wie der Erntedank gefeiert bis in die Morgenfrüh'.
Ja man sah im September schon,
von der vielen Arbeit Lohn.

Oktober, Weinmonat, und beim Jäger er Dachsmond hieß,
die Kartoffeln man nun nicht länger im Boden ließ.
Nun war es Zeit das man die Ernte zu Markte brachte,
mit Kartoffeln, Mais,Äpfel ,Birnen ,Nüssen und Kräutern man den besten Umsatz machte.
Für die Männer wurde danach wieder Zeit auf die Felder zu gehen
um den Winterweizen langsam anzusäen.
Und auch im Oktober bei harter Arbeit man Magd und Knechte fand,
den man dreschte das Getreide zum ausarbeiten mühsam per Hand.


Windmond, der November die Allerheiligen bringt
und das Schlachten auf dem Hofe beginnt.
Der restliche Dünger wurde auf dem Felde verteilt,
dann zur Ernte von Kraut und Runkel geeilt.
Die Männer gingen wieder in den Wald um Bäume zu fällen, und die Streu war zu richten,
Wurzelstöcke mussten ausgegraben werden und das erste Wintergemüse war zu sichten.
Für die Mägde begann nun wieder die Arbeit im Hause,
nein, man gönnte sich nicht die kleinste Pause.
Die Vorratskammer wurde stets kontrolliert
und das Brennholz, damit man im Winter nicht friert.


Christmonat Dezember, Zeit der Sonnenwende
Und immer noch fleißig arbeitende Hände.
Die Knechte in der Kälte die Fichten und Tannenäste auf den Hof nun brachten,
hoch lag der Schnee, auf den Weg mit dem Schlitten sie sich machten.
Die Mägde schnell Verdorbenes aus der Speisekammer nahmen,
damit der Rest an Gemüse und Obst heil durch den Winter dann kamen.
Ein Jahr Arbeit lag nun hinter Magd Knecht und auch Herren,
wer konnte da die Ruhe zum Christfest verwehren.
Zufrieden man neben dem Lichterglanz des Baumes dann saß,
und kurz, ganz kurz nur bis zum Neujahr, die Arbeit eines Jahres vergaß.

 

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Veröffentlicht auf e-Stories.de am 16.01.2007. - Infos zum Urheberrecht / Haftungsausschluss (Disclaimer).

 

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