Die seltsame Stadt

Der Zug fährt ratatatat, ratatatat über die Gleise.
Ratatatat, ratatatat bis ans Ziel seiner Reise.

Endlos ergießt sich der Strom der Passagiere
auf den nachtdunklen Bahnhof.
“Gepäckträger hierher, meine Koffer sind schwer“.
Niemand antwortet, niemand ist hier.
Bahnsteig und Bahnhof sind ruhig und leer.

Vor dem Bahnhof, wo sonst Taxen stehn,
gähnende Leere, niemand zu sehn.
Still ist die Nacht, dunkel die Stadt.
Nirgendwo bietet sich Hilfe an,
niemand der den Weg ins Hotel zeigen kann.

Eionsam stehen die Reisenden da.
Das Gepäck türmt sich auf dem Bahnhofsvorplatz.
Alles ist ruhig friedlich und still.
Seltsame Stadt.
Wie´s hier nur bei Tag aussehen mag?

Quirlendes Leben, es ballt sich und drängt,
niemandem wird hier etwas geschenkt.
Jeder muß rennen, muß hasten und eilen,
nur nicht zu lange an einem Orte verweilen.

Dann wird es Abend, die Dämmerung senkt sich herab.
Plötzlich ist Ruhe, still wie im Grab.
Die Fenster verschlossen, die Türen verriegelt,
die Läden herunter, eingeigelt.

Stumpf sitzen die Menschen in ihren dunklen Zimmern.
was draußen passiert, wer wird sich drum kümmern?!

Die Reisenden stehen am Bahnhof herum,
zitternd und ängstlich, stumm.
Kein Laut erhebt sich in der Stille
wo vorher noch Lärm war und Gebrülle.

Die Ausstrhlung der Stadt hat sich auf die Gemüter gelegt,
so daß sich kein Härchen, kein Muskel bewegt.
Und zieht dann der Morgen herauf mit Macht,
hat sie verdrängt die stockdunkle Nacht;
erwacht alles Leben,
als hätt es sie nie gegeben
die finstere Nacht.

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Veröffentlicht auf e-Stories.de am 30.01.2003. - Infos zum Urheberrecht / Haftungsausschluss (Disclaimer).

 

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