Karl-Heinz Fricke

Hitze und Kälte

Wie Wellen auf bewegtem Meer
fällt die Hitze über uns her.
Unbarmherzig knallt sie von oben,
soll man jemand dafür loben ?
 
Der Bach führt längst kein Wasser mehr,
das Reservoir ist fast schon leer.
Jeder schwitzt und jeder stöhnt,
niemand mit dem Nachbarn klöhnt.
 
Durstige Blumen herunterhängen.
Eine Verrückte lässt sich versengen.
Der alte Haushund japst im Schatten,
verzogen haben sich Mäus' und Ratten.
 
Opa döst im Ohrensessel,
Oma füllt den Wasserkessel.
Ach, wenn bloß die Hitze bricht,
doch keine Kühlung ist in Sicht.
 
Die Kinder haben hitzefrei,
im Hühnerstall kein einzig Ei.
Wolkenlos der blaue Himmel,
der Eismann schüttelt seine Bimmel.
 
Ist der Sommer regnerisch,
fällt mancher Ausflug untern Tisch.
Ist jedoch die Hitze groß,
legt man die Hände in den Schoß.
 
Gerad' drei Monat' sind vergangen,
die Kälte hat schon angefangen.
Der Regen prasselt und es stürmt,
haufenweis das Laub sich türmt.
 
Über Nacht der erste Schnee,
den Alten tun die Knochen weh.
Sommerreifen rutschen, gleiten,
die zum Rasen nicht verleiten.
 
Oma fällt, bricht sich den Arm,
ein jeder wünscht, es wäre warm.
Kältewellen sind angesagt,
nicht gern man sich ins Freie wagt.
 
Menschen schlottern über Straßen,
frierend über alle Maßen.
Stromausfall in der Abendstunde,
Ewald küsst schnell Kunigunde,
beide lieben die Dunkelheit sehr,
und aus dem Kusse wird noch mehr.
 
Wasserrohre frieren ein,
Vater holt schnell Holz herein.
Im Herd brennt munter noch das Feuer,
denn der Strom ist mächtig teuer.
Hühnersuppe wird gekocht,
von allen immer gern gemocht.
 
Im flackernden Kerzenschein
kriech jeder schnell ins Bett hinein.
Der Wettermann hat angesagt,
es wird wärmer, wenn es tagt.
 
Nie zufrieden sind die Leut',
gestern Hitze, Kälte heut'.
Mal zu windig, mal zu schwül,
mal zu trochen, mal zu kühl,
mal zu nass und Gewittergrollen,
es geht nicht, was die Menschen wollen.
Gut, dass auch der Wettermann
nicht das Wetter machen kann.
 
   Karl-Heinz Fricke  06.02.2007
 
 
 

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