Ditar Kalaja

geliehene bilder

hört ihr diese postapokalyptisch-sublime stille
die nach dem sturm einsetzt
beinahe weniger beeindruckend
als eine 3-d black-box-dia-show
direkt hinter einem idyllischen zweifamilienhaus
hier dampfen die krater eines atomkraftwerks
und orkane richten zerstörung
von unvergleichlicher eleganz an
durch ästhetische schönheit
vereinehmende bilder
schön, nicht wahr?
nur um danach dem wehrlosen betrachter
der langsam entziffert
was sie eigentlich bebildern
zu traumatisieren
ja hier gleicht das stimmungsvolle abendlicht
hier geht es um das ästhetische potenzial
einer natur
die dem menschen
unheimlich geworden ist, verloren
dort findet, die selbstvergessene
halsabschnürende poesie
der totalzerstörung statt
man legt mit lebensgroßen
minutiös rekonstruierten modellen
einen symbolvogel für
die menschennausrottung schlechthin
wenig konventionelle betroffenheit an den tag
die errettung der erinnerung
des gewissens
der mediale blick auf die vergangenheit
die erinnerung als konstuktion
die dazu dient ereignisse
weniger abzubilden als im
rückbild kohärent zu machen
mit einer sinnhaftigkeit zu belegen
in der mitte prang der zwiespalt
in den abgrund des wahnsinns

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halbwertzeit der liebe von Ditar Kalaja



In meinen Gedichten, schreibe ich mir meine eigene Realität, meine Träume auch wenn sie oft surreal, meistens abstakt wirken. Schreiben bedingt auch meine Sprache, meine Denkmechanismen mein Gefühl für das Jetzt der Zeit.

Ich vernehme mich selbst, ich höre tief in mich rein, bin bei mir, hier und jetzt. Die Sprache ist dabei meine Helfershelferin und Komplizin, wenn es darum geht, mir die Wirklichkeit vom Leib zu halten. Wenn ich mein erzähltes Ich beschreibe, beeinflusse, beschneide, möchte ich begreifen, wissen, welche Ursachen Einflüsse bestimmte Dinge und Menschen auf mein Inneres auf meine Handlung nehmen, wie sie sich integrieren bzw. verworfen werden um mich dennoch im Gleichgewicht halten können.

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