Thomas Hummel

Die Nachtigallen im Irrenhaus

                                             
 
 
Schick einen Blumenstrauß dort in das Irrenhaus,
dort wo die Nachtigallen sind,
denn durch die Pfützen darf man nicht patschen,
es rufen all die Spatzen,
daß man ungehorsam wie ein Kind
Weist du noch aus der Kinderzeit ein Sofa wurde zum Schiff,
der Teppich zum Meer, eine Kelle zum Ruder, ein Sessel zum tödlichen Riff
Es gab vieles was wir sollten,
doch wir zählten die Fliegen am Gartenzaun
und pusteten in den Badeschaum,
ja so trieb der Wind wohl die Wolken
Wir bekamen Uniformen und Urnen mit verbrannten Träumen,
den Befehl zu maschieren, im Zwang zu funktionieren,
mit dem Rat sich nie aufzubäumen
Und sollt es auch immer Winter sein
Und sie ziehen die Ketten noch straffer
Und lachen und spötteln über mein Seelensein
Ihr armselig ignoranten Gaffer
Meine Tränen sind euer tiefstes Leid
Ich friere in eurer Einsamkeit
Meine Schmerzen sind eure Dornen in der Hand
Meine Trauer ist euer Kopf im Sand
Ihr habt die Vernunft und Weisheit gefressen, ich kotz mich für euch aus
Und werft ihr mich in das tiefste Loch, dann flie´g ich für euch auch heraus
Schick einen Blumenstrauß dort in das Irrenhaus,
dort wo die Nachtigallen sind
Sie trällern ihr Lied in den geschlossenen Räumen
Von dem Leben was die Spatzen träumen

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Veröffentlicht auf e-Stories.de am 19.02.2007. - Infos zum Urheberrecht / Haftungsausschluss (Disclaimer).

 

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