Wolfgang Luttermann

Der Froschkönig

 Der Froschkönig


Es lebte einst in einem Schloß,
an einem traumhaft schönen Wald,
ein König, meistens hoch zu Ross,
als das Versprechen noch was galt.


 

In einem Reiche ohne Schmach,
dafür war bekannt der ehrlich Ort,
wo man noch hielt, was man versprach,
und einstand fürs gesproch`ne Wort.



Der König war auf seine Töchter stolz,
die Jüngste war so wunderschön.
die Augen grün, das Haar so schwarz wie Ebenholz,
sogar die Sonnenstrahlen blieben bei ihrem Anblick stehn.



Dass sie beim Spielen Schatten finde,
mit ihrer güldnen Kugel rein,
sprang sie zum Brunnen, im Wald unter einer alten Linde,
das jüngste Königstöchterlein.



Sass auf dem kühlen Brunnenrand,
grad weil es ihr gefiel,
warf hoch die Kugel, fing sie mit einer Hand,
das war ihr Lieblingsspiel.



Doch einmal als ein Vöglein pfiff,
war sie kurz abgelenkt,
sie kurzerhand daneben griff,
wars gülden Kügelchen durch einen Platsch versenkt.



Versunken war ihr Ball aus Gold,
tief unten auf dem Brunnengrund,
das hat die schöne Prinzessin nicht gewollt,
in früher Morgenstund

 


Die Prinzessin weinte bitterlich,
ihr liebstes Spielwerk war verloren,
ach, gäb`s nur jemand, ritterlich,
bis über beide Ohren.


Die Schöne klagte für sich hin,
gar groß war ihre Trauer,
nach ihrer Kugel stand ihr Sinn,
ihr Herz war ziemlich sauer.


Doch drängen Töne an ihre Ohren,
Quack,was heulest du, schöne Königstochter,ich hörte dein Gewimmer,
ach du lieber Frosch, mein gülden Kügelein ist verloren,
na und, ist das ein Beinesbruch, ich dacht es wäre schlimmer.



Was wärst bereit du mir zu geben ?
Alles was du willst, oh gütig Tier!
angenehmer solls`t gestalten du mein Leben,
was du nur wünschtst, erfüll ich dir .


Meine Krone, meine Perlen, meine Kleider,
ich weiss nicht was ein Frosch begehrt,
ein schönes Leben sollst du haben, und so weiter,
das ist mir mein gülden Spielwerk wert.



Mich dürstet nicht nach Prunk und Kronen,
nach Schätzen, die euch Menschen wert,
ich wünsche mir, bei dir im Schloß zu wohnen,
am Tische sitzen, wenn ihr euer Mahl verzehrt.


 
Von deinem gülden Tellerchen essen, trinken von deinem Becherlein,
bei dir in deinem Bettchen schlafend träumen,
dein ständiger Geselle sein,
in deinem Leben nichts mehr säumen.



Willst du all das mir zugestehen?
Was immer du von mir verlangst!
Wirst bald du deine Kugel sehn,
ich will es halten, keine Angst.



Er tauchte ab im kühlen Schlund,
gleich ohne großes Mass,
und wieder auf, das gülden Küglein im breiten Mund
und wirft es in des Waldes Gras.



Die Königstochter, voll der Freude,
ergreift ihr Spielwerk wieder,
springt los in Richtung Schloß, ihr Leute,
der Frosch sitzt allein, am Baum mit Flieder.



Der Frosch will ihr folgen nach,
doch war die Prinzessin zu schnell sah er sie nur noch von hinten,
würdelos und gleich der Schmach,
sah sie der Frosch entschwinden.
 
 
Am nächsten Tag der König mit den Hofleuten
an der Tafel sass,
nahmen ein das königliche Mahl,
aus goldenen Bechern trank, verzierten Tellern aß.



Klopf, klopf und pocht es laut am Tor,
die Prinzessin, schreckliche Dinge ahnet,
sie springet hin, es steht ein feuchter Frosch davor,
an ihr Versprechen mahnet.



Das Tor zuwerfend, mit festem Klatscher,
dem Frosch grob, vor der Nase,
ist wütend weil der Wasserpatscher,
einziehn will durch ihre Phrase.



Die Prinzessin kam zurück zum Tisch,
sie hielt die Angst verborgen,
doch der König fragt sie väterlich,
was hast du bloss für Sorgen.



Mein Töchterlein, was geht nur in dir vor,
fragt er das aufgebrachte Kind,
steht gar ein Riese vor dem Tor,
dein Krönchen zittert wie der Wind.



Nun mein Vater, kein Riese,nur ein Frosch, so häßlich,
er holte gestern mir meine goldene Kugel aus dem Brunnen,
auf die Schnelle,
in der Not sprach ich doch verläßlich,
zum Dank, er werde mein Geselle.



Nun steht er draußen vor der Tür,
will wohl sich an mir rächen,
das ungehobelt`Wasserplatschertier,
und pocht auf mein Versprechen.



So klopft es schon zum zweiten mal,
Königstochter Jüngste, lass mich ein,
du hast es mir versprochen,
das Töchterlein wird blass und fahl,
bis dass der König es befahl,
ein Versprechen,mein Kind, in meinem Reiche,
wird nicht gebrochen.



Nun, widerwillig öffnet die Königstochter dem Frosch das Tor,
er hüpft herein, sprach "Gott zum Gruss",
das kam der Tochter seltsam vor,
folgt ihr der Frosch am Fuß.



Angelangt am gedeckten Tisch,
setz mich hinauf zu Dir,
so lange dein Mahl noch frisch,
verlangt der kalte Frosch von ihr.



Schieb dein golden Tellerlein,
doch gleich in meine Nähe,
damit wir zusammen speissen, fein
und ich dich besser sehe.



All das tat sie, weil es der Vater wollte,
sie schob dem Frosch den Teller hin,
dass er nicht mußt sich strecken,
damit er ja nicht mit ihr grollte,
doch blieb ihr fast jeder Bissen im Halse stecken.



Nach einer Weile,sagte der Frosch, nun bin ich satt,
nun ist`s nicht mehr als nur gerecht,
sogar die Tischgesellschaft staunet platt,
mach mir in deinem Kämmerlein, dein Bett zurecht.



So verlangt der Frosch geschwind,
Vater König geb er seinen Segen,
versprochen hat es dein Töchterlein,
laut heulet nun das Königskind,
gerecht sprach der König, meinetwegen.


Bitterböse packt mit zwei Fingern digital,den Frosch sie am Genick,
auch das war dem Platschemann egal,
das die Prinzessin nicht entzückt,
hebe mich ins Bettchen rein,
verlangt das kalte Froschgetier,
wir wollten doch zusammen sein,
hast du versprochen mir.



Da stieg des Königstochter Zorn,
auf diesen Wasserplatscher,
sie packt den Frosch am Halse vorn,
schleudert ihn voll an die Wand,
mit einem festen Klatscher.



Was jedoch die Wand herunterglitt,
war nicht der Frosch klatschplatt,
ein stolzer Prinz der verzaubert litt,
aus einer fernen Stadt.



Da staunt nicht schlecht das Töchterlein,
da dieser ihr gefiel,
den lies sie gern ins Bett hinein,
ein Prinz mit Stolz und Stil.


 
Hurtig rief sie den Vater her,
gleich lies er beide Trauen,
das viel dem König gar nicht schwer,
auf diesen Schwiegersohn zu bauen.
 
 


Am nächsten morgen als das Paar glücklich erwacht,
stand des Prinzen Kutsche mit acht weißen Pferden bereit,
die Sonne hat vor Freud gelacht,
wie Diener Heinreich da sein Herr befreit.


 

 

Bei der Heimfahrt große Freude,
acht weiße Pferde traben los,
mit etwas Glück erreichen bald die jungen Leute,
des Prinzen Stadt die riesengroß.



 

Doch gab es einen lauten Krach,
Heinrich der Wagen bricht,
doch der gute Diener vor Freude lacht,
meint nein mein Prinz das tut er nicht.


 
Es sind die Bänder um mein Herz,
die dreimal festgemacht mit Eisen,
damit mein traurig Herz nicht bricht,
die zwei ander`n werden auch noch reißen.
 
 

Bald erreichen sie das Ziel,
gar mit der gülden Kugel,
wer wissen will wo sie dann hinfiel,
der sehe nach bei Google.

 

W.L.


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Veröffentlicht auf e-Stories.de am 09.04.2007. - Infos zum Urheberrecht / Haftungsausschluss (Disclaimer).

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