Wolfgang Luttermann

Die Lore - Lei

 
 
 
 
 
  Heinrich Heine, 1823
  
 1. Ich weiß nicht, was soll es bedeuten,
  Daß ich so traurig bin,
  Ein Märchen aus uralten Zeiten,
  Das kommt mir nicht aus dem Sinn. 
  Die Luft ist kühl und es dunkelt,
  Und ruhig fließt der Rhein;
  Der Gipfel des Berges funkelt,
  Im Abendsonnenschein.
 
  2. Die schönste Jungfrau sitzet
  Dort oben wunderbar,
  Ihr gold'nes Geschmeide blitzet,
  Sie kämmt ihr goldenes Haar,
  Sie kämmt es mit goldenem Kamme,
  Und singt ein Lied dabei;
  Das hat eine wundersame,
  Gewalt'ge Melodei.
 
 3. Den Schiffer im kleinen Schiffe,
  Ergreift es mit wildem Weh;
  Er schaut nicht die Felsenriffe,
  Er schaut nur hinauf in die Höh'.
  Ich glaube, die Wellen verschlingen
  Am Ende Schiffer und Kahn,
  Und das hat mit ihrem Singen,
  Die Loreley getan.
 
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  Ein sächsischer Dichter unbekannt


  Ich weeß nich, mich isses so gomisch,
  Und ärchendwas macht mich verstimmt.
  Ich globe, des is anadomisch,
  Wie das bei de Menschen so kimmt.
 
 
  De Elbe, de blätschert so friedlich,
  Und e Fischgahn gommt aus dr Tschechei,
  Drin sitzt ne Familche gemütlich,
  Nu sindse gleich bei dr Bastei.
 
 Und obm uffm Berche, nu gugge,
  Da gämmt sichn Freilein ihrn Zopp,
  Se striecheltn feste mit Spugge
  Und gläbtn als Gauz aufn Kopp.
  Der Papa dort unten ihm Gahne
  Schaut nuff bei das Freilein entzickt.
 
  Die Mama, die spricht voller Ahne:
  "Die macht unsern Papa verrickt!"
  Nun fängt die dort obm uffm Berche
  Zu singn noch an een Gublee.
 
  Der Papa im Gahn tut sich wälze
  Und jubelt vor Freude juchhee.
  "Sitzt ruhig!" ruft ängstlich Ottielche,
  Schon gibbelt ganz schregglich der Gahn -
  Und plätzlich versingt de Familche,
  Ach Freilein, was hamse gedan!?
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  Auf Badensisch (Monnemarisch) Mannheimerisch.

  Wenn ich hör was die Leit alles schwetze,
  do streibe sich klei mol meu Hoor,
  ma mänt die wollte blos Hetze,
  also ich glab jo nät, dass des wohr.

  Es wär gsesse äni uf äm Felse,
  mord`s Äppel un halwer nackisch,
  do dät ich mich gern ä mol welze,
  alläh des macht mich schun hackisch.

  A,guck ämol do,is des nät Meiers Lore,
  ums Hälsel aus Hawai,so än Lei,
  was hot donn die Bäscht do owwe verlore,
  drum nennt ma di ach Lorelei.

  Jetzt fongt die noch o zu singe,
  do wäscht jo im Kopp gonz Varrigt,
  die hört ma jo nuna bis Binge,
  die gucke jo all gonz verzickt.

  Des glabisch das die vorne om Ruder,
  glei hänge der Gickel do raus,
  die glotze doch all uf des nackische Luder,
  und fahrn on dä Kurv vorn grad aus.

  Un hot`s donn gekracht,
  donn hot des Dreckmensch gelacht,
  un die Lore mit irm Lei,
  für än Appel un ä Ei                               
  hot im kopp schun gedenkt,
  wie sä s´nächste versenkt.

 W.L.




 Eine weitere Loreleysage


 Andere Publizisten berichten, dass Loreley wirklich gelebt habe. Weil sie
 sehr schön war, wurde sie von vielen Männern begehrt.
 Loreley liebte aber nur den Ritter Eberhard. Als er in den Krieg zog,
 bewarben sich viele Männer um die Hand der Loreley. Sie wollte aber auf
 ihren Eberhard warten. Vor Liebeskummer brachten sich viele Männer um.
 Deshalb vermutete man, dass die Loreley eine Hexe sei.
 Clemens Brentano berichtet, dass der Erzbischof von Köln zu Gericht saß
 und Mitleid mit Loreley hatte. Als er Loreley in ein Kloster schicken wollte
 bat sie ihre Begleiter, noch einmal auf den Loreleyfelsen klettern zu dürfen,
 um noch einmal auf die Burg ihres geliebten Ritters Eberhard zu schauen.
 Plötzlich sah Loreley dabei den Ritter, wie er auf einem kleinen Boot den
 Rhein herunterfuhr. Loreley rief laut: "Eberhard". Der Ritter blickte
 fasziniert zur Loreley hinauf und bemerkte nicht die Felsen, gegen die er
 fuhr und ertrank im Strudel des Rhein. Voller Verzweiflung sprang Loreley
 in den Rhein, damit sie ihrem Eberhard nah sein könnte. Und Loreley wurde
 nie  wieder gesehen.
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 Die Loreley oder Lorelei ist ein 132 Meter hoher, aus dem östlichen Ufer
 des Rheins herausragender Schieferfelsen bei Sankt Goarshausen,
 Rheinland-Pfalz im Taunus. Der Blick von oben auf die Stadtansichten
 von Sankt Goarshausen mit der Burg Katz und Sankt Goar mit der Ruine Burg
 Rheinfels gehört zu den unverwechselbaren Erlebnissen für viele Touristen.
 
 Bei der Loreley ist der Mittelrhein bis zu 25 m tief und nur 113 m breit.
 Dies ist die engste und tiefste Stelle des Rheins, weshalb auch heute noch
 die Rheinschifffahrt durch Lichtsignale vor Gegenverkehr gewarnt wird. Die
 gefährlichsten Felsen an der Loreley wurden jedoch in den 30er Jahren des
 letzten Jahrhunderts gesprengt, so dass heute die Loreleypassage viel von
 ihrer früheren Gefährlichkeit verloren hat.
 
Bild:Loreley mit tal von linker rheinseite.jpg

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Veröffentlicht auf e-Stories.de am 29.04.2007. - Infos zum Urheberrecht / Haftungsausschluss (Disclaimer).

 

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Nimm doch die Freiheit dir heraus,
gönne dir ein, zwei Flaschen Gutes,
trag den Gedichtband mit nach Haus,
gleich bist du guten Mutes.

Bebet der Vulkan, die Erde zittert,
wenn ein Asteroid herniederfällt,
bleib locker und sei nicht verbittert,
weil nur die schönste Stunde zählt.

Das Leben ist zu kurz zum Schmollen,
dafür nimm dir nicht die Zeit,
schöpfe Freude und Frohsinn aus dem Vollen,
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