Anja Röck
Eure Zukunft war gestern - Kinder im Irak
Selbstgerechte Menschen entscheiden
über Leben, Tod und die Länge der Leiden.
“Sehr bedauerlich“, dass das Fenster der Diplomatie nun geschlossen,
ab “Mitternacht“ wird “zurückgeschossen“.
Selbstverteidigung heißt dafür das Wort,
ist es hier nicht eher Völkermord.
“ICH“ bin im Recht - drum schlag ich zu.
“DU“ machst was ich will - und nun is Ruh´.
Angst in Bagdad so groß wie noch nie,
Amerika zwingt die Welt in die Knie.
Eigene Regeln für ein großes „Vorbildland“,
Vereinbarungen aus dem Gedächtnis verbannt.
Völkerrecht von “Big Brother“ mit Füssen getreten
und vor dem Krieg rettet auch nicht mehr beten.
Kein offenes Reden mehr - zurückhalten der Gedanken,
Sternenbanner freigelassen - ohne Schranken.
Schleichend ändert sich das Bild in Bagdad,
eine Stadt, die wahrscheinlich ab morgen keine Zukunft mehr hat.
2-Tage Ultimatum im März 2003,
der Krieg hoffentlich kurz und bald wieder vorbei.
Ich wünsch schöne Träume und eine gute Nacht,
das Aufwachen morgen wird sicher nicht sacht.
Eure Zukunft war gestern - Kinder im Irak,
eine Träne der Welt fällt auf Euer Grab.
Nicht laut genug, sagte die Welt für Euch “NEIN“!
Vielleicht könnt Ihr uns irgendwann verzeihn.
Vorheriger TitelNächster TitelViele haben mir zwischenzeitlich gesagt, dass grad die letzten Zeilen Tränen auslösen. Wenn ich ein Gedicht so schreibe, dann läuft es einfach aus mir raus. Die Wirkung kommt hinterher. Als ich das Gedicht zum ersten Mal meinem Mann vorgelesen habe, kamen auch mir die Tränen. Mein "Bauchgefühl" hatte es geschafft das in Worten auszudrücken, was ich fühlte und meinte. Dieser Krieg ist doch angeblich sooo weit weg - und beschäftigt doch so viele Menschen. Auch mir erscheint er ziemlich nah - zu nah. Zwei Kurzgeschichten hat er ausgelöst. Einmal "Unhörbare Trauer" - Sicht der Opfer. Nicht um einen Diktator zu verteidigen, der sich zig-tausendmal schuldig gemacht hat, sondern um die wirlich Betroffenen darzustellen. Eine Reaktion auf diese Geschichte war, dass man dies als Propaganda ansehen könnte. Darum die zweite Geschichte "Der Schuh war immer noch da" - Sicht der anderen Opfer...
Vielen Dank für Eure Reaktionen.
Liebe Grüße AnjaAnja Röck, Anmerkung zum Gedicht
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Veröffentlicht auf e-Stories.de am 18.03.2003.
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