Karl-Heinz Fricke

Die Revanche

Der Fernlastfahrer Oskar Klee
fuhr einen großen L.K.W.
immer nur von Ort zu Ort,
meistens war er von zu Hause fort.
 
Oskars junge hübsche Frau
fühlte es schmerzlich genau,
sie brauchte ihren Mann
täglich, nicht nur dann und wann.
 
So blieb es schließlich nicht aus,
dass sie oft verließ das Haus,
suchte Zerstreuung in einer Bar,
die stets voller Männer war.
 
Weil sein Truck mal nicht gestartet
kam Oskar heim ganz unerwartet.
Seine Emmi war nicht da,
obwohl es später Abend war.
 
Nach einer Stunde kam sie dann
Arm in Arm mit einem Mann.
scherzend betraten sie das Haus,
in ihrer Hand ein Blumenstrauß.
 
Als das Schlafzimmer sie betraten,
beide vor Schreck erstarrten.
Im Bette lag der Ehemann,
gelassen schaute er die Beiden an.
 
Der Fremde konnte es nicht fassen
auf was er sich da eingelassen.
Es war ihm gar nicht einerlei,
er dachte, dass sie ledig sei.
 
Emmi war zu Tod erschrocken,
es war für sie ein schwerer Brocken.
Sie flötete zwar "Oskarlein",
aber der reichte die Scheidung ein.
 
Sie nahm sich einen Rechtsanwalt,
der hörte an den Sachverhalt.
"Keine Sorge, junge Frau,
als Rechtsanwalt weiss ich genau,
wie wir die Sache drehen,
als wäre nichts geschehen.
 
Sie müssen mir nur voll vertrauen,
der Fremde ist schon abgehauen.
Keinerlei Zeugen sind vorhanden,
die ganze Klage ist zuschanden.
 
Der Scheidungssrichter gab bekannt:
"Wo ist der Zeuge "Unbekannt ?"
Ja so ein Anwalt es versteht,
wie man einen Fall verdreht.
 
Oskar hörte den Richter sagen,
die Schuld müsse allein er tragen.
Emmi sei nichts nachzuwseisen,
er müsse sie sogar noch preisen,
dass sie tapfer auf sich genommen,
ohne Mann oft auszukommen.
 
Oskar registrierte es mit offenem Mund
und schwor sich in dieser Stund`,
in den folgenden Tagen und Jahren
alle Advokaten überzufahren.
 
Oft standen sie herum vor dem Gericht,
Bremsen funktionieren manchmal nicht.
Mit Vollgas hätte er fast einen gerammt,
und in die Ewigkeit verbannt.
 
Weit vor der Stadt im Sonnenschein
stand ein kleines Priesterlein.
Er brauchte eine Fahrgelegenheit,
bis in die Stadt war es noch weit.
 
Großmütig hielt Oskar an:
"Steigen Sie ein, heiliger Mann.
Ich nehme Sie mit bis in die Stadt,
die gerade ein Volksfest hat !"
 
Er hat dem Priester gleich verraten,
dass er hasst die Advokaten.
"Sehe ich sie auf der Straße laufen,
fahre ich sie über den Haufen !",
 
Er drehte auf vor dem Gericht,
ein Advokat, der sah ihn nicht.
Als er an den Priester dachte,
er sich augenblicklich sagte,
das ist mir nicht geheuer,
er riss herum das Steuer.
 
Durch den Spiegel sah er dann,
auf der Straße lag der Mann.
"Herr Pfarrer, das versteh ich nicht !"
"Mein Sohn, es war ein Gottesgericht.
ich habe die Tür schnell aufgerissen,
das hat den Gauner umgeschmissen !"
 
Karl-Heinz Fricke  09.08.2007
 
 

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