Arne Bister

Mondrausch

Aurora noch in weiter Ferne,
Dämmerung schweigt Eros tot.
Zornig funkeln kalte Sterne,
Himmels letztes Aufgebot.

Luna lächelt rundlich schimmernd
auf ein gelbes Augenpaar,
scharfe Fänge. Ich werd' wimmernd
meines Untergangs gewahr.

Lycos Fluch bannt meinen Willen.
Luna lächelt rot mir zu.
Blutdurst, Fleischlust muss ich stillen,
eher find' ich keine Ruh'.

Wachend träume ich im Mondlicht,
gierig nehm' ich Fährte auf.
Wolfsblut rauscht in mir und schont nicht,
reiß' die Beute noch im Lauf.

Mondrausch, Du kennst keine Gnade,
Hunger nur und keinen Schlaf.
Während ich im Mondlicht bade,
schliesse ich den Kühlschrank brav.

Schmatzend steh' ich in der Wohnung,
Würstchen in der rechten Hand.
Meines Wolfhungers Belohnung,
da nichts besseres ich fand.

Dieses Gedicht ist NICHT autobiografisch. Ich kann auch bei Vollmond gut schlafen und räume nachts nie den Kühlschrank aus. Die Zeilen sind all den Wer- und Wem-Wölfen gewidmet, denen es anders geht.Arne Bister, Anmerkung zum Gedicht

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Veröffentlicht auf e-Stories.de am 13.09.2007. - Infos zum Urheberrecht / Haftungsausschluss (Disclaimer).

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