Karl-Heinz Fricke

Franz am Morgen

Vogelgezwitscher und Sonnenschein
drangen hinein in sein Kämmerlein,
und bei diesem Sonnenglanz
erwachte er, der alte Franz.
 
Er lebte von einem Tag zum andern,
wollte nicht mehr weiter wandern.
Ganz allein im großen Haus
ging er nur noch morgens aus.
 
Die Kinder waren längst schon fort,
lebten hier und lebten dort.
Aus allen war etwas geworden,
die Frau vor Jahren schon gestorben.
So lebte er mutterseelenallein
von einem Tag in den nächsten hinein.
 
Verschlafen saß er am Frühstückstisch,
meistens aß er Brot mit Fisch,
denn er mochte keine Marmelade.
Dann fuhr er zur Stadt mit dem Rade,
kippte ein Bier sich hinter die Binde
und besuchte dann die alte Gerlinde.
 
Sie war zwar auch schon alt und grau,
jedoch sie nahm es nicht genau.
Es ihr noch im Busen zwickte,
wenn sie den alten Franz erblickte.
Die Freundschaft hat die beiden Alten
ein paar Jahre noch erhalten.
 
So verging des Franzens Morgen
und sein tägliches Besorgen,
und er lebte  vor wie nach
vom Tag zur Nacht und Nacht zum Tag.
 
Karl-Heinz Fricke  04.10.2007

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