Dr. med. Otto Rühling

Wachsen im Advent 2000

Ein milder Winter
schont die Knospen,
noch beschützt von den wärmenden Hüllen
spät im Dezember,
am vierten Advent.
Vier Kerzen brennen
mit ruhiger Flamme.
Ihre Dochte scheinen zu wachsen,
aber nur scheinbar. -
Was wächst noch an mir
nach einundachtzig Jahren?
Man sagt, wir wachsen
hinein in die Erde,
wir Alten,
im Rücken gebeugt
von der Last der Jahre.
Was wächst noch an mir
außer Nägeln, Haaren und Bart?
Das Gedächtnis, es hält nur noch mühsam
das Alte
und macht dann mühsam Platz
für Neues.
Doch der Geist, kann dennoch er wachsen,
sich weiten in neuen Gefilden
und wagen das Ungewisse
in lockenden Ländern der Ferne?-
Nicht weit von den Kerzen steht
wie alljährlich die Krippe,
vertraute Figuren.
Sie alle schauen zur Mitte,
wo das Kind wieder wartet,
auch auf mich,
auf mein Wachsen.

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