Jürgen Günther
ein Schnäppchenjäger
Ein Schnäppchenjäger, unterwegs,
dem geht das Suchen auf den Keks.
Denn nach 2 Stunden gründlich suchen,
hört man ihn nochmals sehr laut fluchen.
Wo ist das Schnäppchen, das versprochen,
ich fand es nicht, ich bin am kochen.
Zu kostbar ist doch meine Zeit,
zu teuer jeder Weg, der weit.
Für billig will ich allles kaufen
und möglichst dafür nicht weit laufen.
Qualitativ will ich das Beste,
das Topmodell und keine Reste.
Für mich muss alles Vorteil sein,
sonst kaufe ich hier garnichts ein.
Beobachtet hab ich das Ganze
mit meiner Marken-Foto-Wanze.
Der Schnäppchenjäger fand zum Schluss
ein Schnäppchen, weil ers haben muss.
Denn eines wär für ihn ein Graus,
käm ohne Schnäppchen er nach Haus.
Die Kamera, von mir perfekt,
hat folgendes dann aufgedeckt:
Er fand ein Schnäppchen, ganz aus Wolle,
ganz billig, das war ja das Tolle;
ein Pulli, rot, und gelb und grün,
da ging es schief beim überziehn.
Entfernen wollt das Preisschild er,
dann hatte er kein Pulli mehr,
denn an dem Preisschild hing ein Faden,
das tat dem Pulli richtig schaden.
Ein Kilometer Faden lagen,
ich wage es mich kaum zu sagen,
auf dem Teppich so herum,
der Schnäppchenjäger guckte dumm.
Mit meinem Spruch gab ich ihm Feuer:
Billig gekauft, ist richtig teuer.
© Jürgen Günther 11/2007
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Veröffentlicht auf e-Stories.de am 02.11.2007.
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