Detlef Thiele

Das Bild


Ich wünschte mir ein Bild mit Himmel,
grüner Wiese, Sonnenschein.
Es sollte mir, wenn's innen brennet,
ein Weg zu Glück und Frieden sein.
 
Ich bat dich: Mal' mir dies' Gemälde,
denn ich find' kein Talent in mir.
Du aber sprachst: Zeichne es selber,
und sei getrost: Ich helfe dir.
 
So stand ich vor der leeren Leinwand,
die Fingerspitzen noch ganz starr.
Du halfst, die ersten Striche ziehen
und warst mit deinem Rat stets da.
 
Es entstanden die Konturen,
zuerst noch blass und unscheinbar.
Doch nach und nach wurden sie stärker,
bis alles auf dem Bild war klar.
 
Wenn ich mich schwer tat mit den Farben,
dann fragtest du: Wie soll es sein?
Wir sprachen dann über das Bildnis
und uns fiel eine Lösung ein.
 
Nun male ich das Bild alleine
und weiss, es darf alles so sein.
Und immer, wenn ich es betrachte,
stellt sich bei mir der Friede ein.

© Detlef Thiele

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Veröffentlicht auf e-Stories.de am 10.11.2007. - Infos zum Urheberrecht / Haftungsausschluss (Disclaimer).

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In meinen Gedichten, schreibe ich mir meine eigene Realität, meine Träume auch wenn sie oft surreal, meistens abstakt wirken. Schreiben bedingt auch meine Sprache, meine Denkmechanismen mein Gefühl für das Jetzt der Zeit.

Ich vernehme mich selbst, ich höre tief in mich rein, bin bei mir, hier und jetzt. Die Sprache ist dabei meine Helfershelferin und Komplizin, wenn es darum geht, mir die Wirklichkeit vom Leib zu halten. Wenn ich mein erzähltes Ich beschreibe, beeinflusse, beschneide, möchte ich begreifen, wissen, welche Ursachen Einflüsse bestimmte Dinge und Menschen auf mein Inneres auf meine Handlung nehmen, wie sie sich integrieren bzw. verworfen werden um mich dennoch im Gleichgewicht halten können.

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