Karl-Heinz Fricke

Die Bauernhochzeit

Die Glockentöne sind verklungen,
wir haben tüchtig mitgesungen.
In der Kirche beim Blumenstand
man zwei Freunde in Ehe verband.
 
Nachdem das Paar glücklich vereint,
wurden Tränen der Freude geweint.
Im weißen Kleid, die schöne Braut,
als man die beiden hat getraut.
 
Und an dem schönen Sommertage
ging es zum festlichen Gelage.
Im Gänsemarsche zogen wir
vor des Hofes Tor und Tür.
 
Die Bläser gingen uns voran,
schwarzgekleidet Mann für Mann,
und mit schmetterndem Getön
sah man uns noch nüchtern gehn.
 
Im Hintergrund der grüne Wald,
vor uns Eichen, die uralt.
Links davon ein murmelnder Bach,
rot wie der Mohn des Hauses Dach.
 
Es folgte die leibliche Festmahlzeit
in der heißen Mittagszeit.
Die Gäste, die so zahlreich kamen,
gaben der Feier den würdigen Rahmen.
 
Gleich nachdem wir die Halle betraten
rochen wir schon den Schweinebraten.
Man zeigte uns unsere Sitze,
erstmal ein  Bier bei dieser Hitze.
 
Sechs Matronen, mollig und rund,
waren beschäftigt zur gleichen Stund',
in Anbetracht des leeren Magen
die vielen Speisen aufzutragen.
 
Schüssel auf Schüssel kam herein,
dazu ein guter Tafelwein.
Ausgerichtet wie die Soldaten
Schüsseln mit Suppen, Gemüse und Braten.
 
Eine ganze Stunde wurde diniert,
dann wurde alles wieder abserviert.
Flaschen erschienen in großen Mengen,
durstige Seelen sich danach drängen.
 
Ein langes Gelage dann begann,
Stunde um Stunde dabei verrann.
Laute Reden wurden geschwungen
und noch lautere Lieder gesungen.
 
Es wurde gesoffen, getanzt und gelacht
bis in die Tiefe der Hochzeitsnacht.
Alle waren vergnüglich dabei
bis zu des Hahnes ersten Schrei.
 
Den Gastgebern lallend dankend
verließen den Hof wir schwankend.
Die Musikkapelle torkelte auch,
die Instrumente in vollem Gebrauch.
 
Für die Vogelwelt eine Konkurrenz,
sie zog daraus ihre Konsequenz
und flatterte eilends fort
von diesem lauten Teufelsort.
 
Es war ein Fest der Üppigkeit,
diese einmalige Bauernhochzeit.
Und wir zogen mit Musik und Gebraus
himmelhochjauchzend zum Tore hinaus.
 
Karl-Heinz Fricke  21.12.2007

Diesen Beitrag empfehlen:

Mit eigenem Mail-Programm empfehlen

 

Die Rechte und die Verantwortlichkeit für diesen Beitrag liegen beim Autor (Karl-Heinz Fricke).
Der Beitrag wurde von Karl-Heinz Fricke auf e-Stories.de eingesendet.
Die Betreiber von e-Stories.de übernehmen keine Haftung für den Beitrag oder vom Autoren verlinkte Inhalte.
Veröffentlicht auf e-Stories.de am 21.12.2007. - Infos zum Urheberrecht / Haftungsausschluss (Disclaimer).

 

Der Autor:

Buch von Karl-Heinz Fricke:

cover

Isidor was machst du da? von Karl-Heinz Fricke



Eine poetische Reise durch den Humor.
Ein Mutterwitz, der beabsichtigt nicht nur ein Lächeln auf das Gesicht des Lesers zu zaubern, sondern der die Bauch- und Gesichtsmuskeln nicht verkümmern lässt.

Möchtest Du Dein eigenes Buch hier vorstellen?
Weitere Infos!

Leserkommentare (14)

Alle Kommentare anzeigen

Deine Meinung:

Deine Meinung ist uns und den Autoren wichtig!
Diese sollte jedoch sachlich sein und nicht die Autoren persönlich beleidigen. Wir behalten uns das Recht vor diese Einträge zu löschen!

Dein Kommentar erscheint öffentlich auf der Homepage - Für private Kommentare sende eine Mail an den Autoren!

Navigation

Vorheriger Titel Nächster Titel

Beschwerde an die Redaktion

Autor: Änderungen kannst Du im Mitgliedsbereich vornehmen!

Mehr aus der Kategorie "Humor - Zum Schmunzeln" (Gedichte)

Weitere Beiträge von Karl-Heinz Fricke

Hat Dir dieser Beitrag gefallen?
Dann schau Dir doch mal diese Vorschläge an:

Geld macht nicht immer glücklich von Karl-Heinz Fricke (Menschen)
Der Arztbesuch von Karl-Heinz Fricke (Humor - Zum Schmunzeln)
Ich lebe von Wiltrud Mothes (Frühling)