August Sonnenfisch

Nach der Winterwende des Sonnengestirns



 

Nach der Winterwende des
Sonnengestirns


Erster Weihnachtstag:
endlich breitet
sich Stille
in dieser großen Stadt!

Nur Schneefall, Nebel und sanfte
Lichterketten
im dunklen Abend
schon bald.


*
Die zweite der dreizehn
HEILIGEN NÄCHTE
für die christengemeinschaftlich
Frommen begann.
URNÄCHTE zwischen den Jahren.
 RAUHNÄCHTE der Geister für
die alten Germanen
nach der Jahrmitternacht:
dem Sonnenstillstand
in den Tiefen des kosmischen Jahres.

Ewigkeitsnächte in mählich allmählich
nur sich längenden Tagen:
Tagen, die nur noch ein
Hauch: Lange, ab-
gründige Nächte
walten und schweigen und raunen
zwischen
dem Abend der Abende
und Dreikönig:
dem Fest der Erscheinung
eines Giganten im Stall.


*
Stille
sich breitet
in dieser großen Stadt!
 Nur Schneefall, Nebel
und sanfte

Lichterketten
im dunklen Abend
schon bald.







(c) August Sonnenfisch: Berlin-Wilmersdorf
25. Dezember 1993 ff

Sonnenuntergang (+) und Sonnenaufgang (*) in Berlin:
(+) 15:56 Uhr  .......  (*) 8:16 Uhr 
- ergo 16 Stunden
und 20 Minuten winterlicher Nacht.

 

 

Es sind zwölf plus eins HEILIGE NÄCHTE
zwischen dem 24. Dezember und dem 6. Januar
(dem Epiphaniasfest der Christusgeburt in der Jordantaufe):
jede der 12 ersten dieser 13 heiligen Nächte spiegelt
eine der 12 Tierkreisqualitäten wider,
in rückläufiger Reihenfolge, begonnen in der 1. Nacht:
der Nacht des Heiligen Abends, bei den Fischen,
fortfahrend in der 2. Nacht mit dem Wassermann,
... in der achten, der Neujahrsnacht,
ist dann der Löwe dran -
und der Zyklus der Zwölf endet beim Widder.
Diese 12-tägige Zeit "zwischen den Jahren"
unter der Regentschaft der Nacht
ist eine Verdichtung des Jahreslaufes.
Die 13. der heiligen Nächte: die Nacht zum Epiphaniasfest,
ist dann die Nacht des Christus,
der geistigen Sonne des Kosmos.
In dieser Nacht steht die Erde dem Tagesgestirn am nächsten.
August Sonnenfisch, Anmerkung zum Gedicht

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