Wolfgang Lörzer
Mozarts Traum
Wolferl sitzt in seinem Zimmer,
den Kopf gestützt auf das Spinett.
Am Abend komponiert er immer.
Und diesmal wird's ein Menuett.
Da sitzt er noch nach Mitternacht,
die Augen sind schon ganz klein.
Man hat ihn dann ins Bett gebracht,
und rasch schlief der Kleine ein.
Auf einem F-Dur-Schlussakkord
schwebt er in lichten Räumen
fort und immer weiter fort.
Und er beginnt zu träumen.
Am nächsten Morgen war er blass
und sprach: "Es hat mich gequält."
Da fragte seine Schwester: "Was?"
Doch Wolferl hat's nicht erzählt.
"Nannerl, musst nicht alles wissen!
Der Traum gehört nur mir allein.
Wenn du's wüsstest, wär's beschissen.
Also, lass das Fragen sein!"
Drauf verließ er rasch das Zimmer,
und er sprach dabei empört:
"Heuer komponier' i nimmer."
Das hat Nannerl sehr verstört.
Am nächsten Tage war's wie immer.
Der Knabe spielt auf dem Spinett.
Der Vater tritt ganz leis' ins Zimmer
und lauschet Wolferls Menuett.
(c) Wolfgang Lörzer
Am 27. Januar jährt sich Mozarts Geburtstag zum 252. Mal.Mit seiner Musik bereichert er unser Leben.
Wenn Mozarts geniale Musik erklingt,
der göttliche Funke überspringt.
(W.L.)Wolfgang Lörzer, Anmerkung zum Gedicht
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Veröffentlicht auf e-Stories.de am 25.01.2008.
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