Marion Fischer

Mein Kätzchen und ich

Morgens, noch nicht ganz aufgewacht,
ein zärtliches Knabbern an meiner Nase,
ein beruhigendes Schnurren die halbe Nacht,
der Rest eine Jagd ... zerbrochene Vase.

Tippelst zum Kühlschrank auf leisen Sohlen,
ein hungriges Maunzen erwartet mich,
schielst auf mein Frühstück ganz verstohlen,
dein Blick sagt: „Die Hälfte ist wohl für mich?“

Der Napf, gefüllt mit manch Leckerei,
wird nicht beachtet, denn es gibt
auf dem Tisch ein feines Frühstücksei,
das man teilt, wenn man sich wirklich liebt.

Sattes Bäuchlein, zufriedener Blick
putzt du dich mit Hochgenuss,
das Zünglein leckt fleißig vor und zurück,
weil ja alles sauber glänzen muss.

So, diese Arbeit wär dann getan,
Kätzchen sitzt da und überlegt sich nun,
was man jetzt so unternehmen kann,
es gibt sicherlich sehr viel zu tun.

Ich muss noch bügeln, fällt mir ein
bei einem Blick auf die Wohnzimmeruhr,
Kätzchen denkt sich: „Oh, wie fein,
es beginnt die Jagd nach der Bügelschnur.“

Die Wäsche gebügelt und zusammengelegt,
setz ich mich endlich müde hin.
Da seh ich, dass sich da was bewegt,
da steckt mein kleines Schätzchen drin.

Tja, fang ich halt wieder von vorne an,
denk ich, und beginne aufs Neue zu falten,
was mein Kätzchen nicht davon abhalten kann,
erstmal ein berechtigtes Schläfchen zu halten.

Nun beginne ich aufzuräumen,
Kätzchen schreckt hoch und maunzt mit Groll:
„Wer reißt mich hier aus meinen Träumen?
Ich möcht wissen, was der laute Staubsauger soll.“

Wohnung fertig, Freizeit beginnt,
denk ich und leg mich fürs Nickerchen hin.
Kätzchen denkt: „Ich glaub, die spinnt,
vergisst wohl, dass ich auch noch da bin!

Kann die denn nicht mal mit mir fühlen?
Liegt die ganze Nacht im Bett,
anstatt schön mit mir zu spielen,
wo ich doch ein Recht drauf hätt.“

Gedacht, getan und holterdipolter
ins Bett gesprungen, in meinen Zeh gebissen...
Nun beginnt sie wieder, die süße Folter,
schnurren, spielen, Geschirr zerschmissen...

... halbes Ei zum Frühstück, zerknitterte Blusen
und ‘ne zerbissene Bügelschnur.
Und jetzt ist‘s an der Zeit zu schmusen...
Stress mit ‘nem Kätzchen? KEINE SPUR!!!

© Marion Fischer

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Veröffentlicht auf e-Stories.de am 20.02.2008. - Infos zum Urheberrecht / Haftungsausschluss (Disclaimer).

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Seinen wohlverdienten Urlaub hat sich Kommissar Heinz Kelchbrunner anders vorgestellt: Erst stößt er beim Graben in seinem Garten auf menschliche Gebeine, dann beschäftigt ihn ein weitaus aktuellerer Todesfall in seiner freien Zeit: Anna Einarsdóttír wird beim Spaziergang von einem Ast erschlagen – und das ist, wie sich herausstellt, nicht dem stürmischen Wetter geschuldet. Kelchbrunner und seine Kollegin Katharina Juvanic nehmen die Ermittlungen auf. Die Spur führt schließlich nach Island, die Heimat der Toten, und zum geplanten Bau eines Staudammes, der eine wertvolle Naturfläche akut gefährdet. Dass Kelchbrunner von oberster Stelle dorthin beordert wird, um weitere Nachforschungen anzustellen, kommt dem umweltbewussten Kommissar gerade recht. Vielleicht gelingt es ihm, nicht nur Licht ins Dunkel zu bringen, sondern gleichzeitig seine eigenen Schlafstörungen und einen schmerzhaften Verlust zu überwinden. Kaum in Island angekommen, muss er sich jedoch gleich mit störrischen Behörden und verstockten bis feindseligen Einheimischen auseinandersetzen. Es scheint, als sei niemandem hier an der Auflösung des Falles gelegen …

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