Alfred Berssenbrügge

Ein schweigsamer Morgen

 

 
Ganz langsam steigt Licht in den schweigsamen Morgen.
Behutsam vertreibt es die nächtlichen Sorgen.
Der Frühtau benetzt alle Pflanzen im Garten.
Und Vogelgezwitscher kann da nicht mehr warten.
 
Am Fenster ein Junge, zehn Jahre vielleicht,
reckt mühsam den Hals, dass der Blick was erreicht.
Er sucht das Orchester, doch findet es nicht.
Das sitzt hoch in Bäumen, ganz nahe beim Licht.
 
Entdeckt dann den Pater mit Buch in der Hand.
Der macht jetzt nach Ostern eine Reise aufs Land.
Er schreitet die Wege und liest im Brevier -
und freut sich am Frühling, am Heute und Hier.
 
Den Jungen verwundert der ruhige Pater,
beim stillen Gespräch mit dem himmlischen Vater.
So bleibt er am Fenster, vergisst auch die Uhr -
erkennt nicht den Einklang von Glaube/Natur.
 
Doch viele Jahrzehnt' nach dem schweigsamen Morgen
erinnert ein Mann sich der kindlichen Sorgen.
Versteht jetzt den Pater, frühmorgens im Garten. -
Durch Ostern wird Frühling glückselig' Erwarten.
 
 
 
 
 
 
 
 
 
 
 
 
 
 
 
 

 

Erstveröffentlichung in der Münsterländischen Tageszeitung, Ausgabe 27. März 2008
Alfred Berssenbrügge, Anmerkung zum Gedicht

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