Evelyn Goßmann

Berührungsängste

 
Ein Unfall - Eine Krankheit - Egal
Plötzlich findet sich ein Mensch im Rollstuhl wieder
muss das annehmen lernen, umdenken
sein Leben neu ordnen, umgestalten
akzeptieren wie es ist
In der Klinik bekommt er jede Hilfe und Unterstützung,
in der Reha lernt er was möglich ist
 was er wie schaffen kann im täglichen Leben,
mit Hilfsmitteln zurechtzukommen,
so selbstständig zu sein wie nur eben möglich
Es kostet unendliche Kraft;
unvorstellbar das Programm dass er täglich absolviert
sich selbst überwinden muss, sich anzunehmen,
das neue Leben zu leben.
Er trifft auf andere Patienten, kommt ins Gespräch
 lernt wieder zu lächeln in der geschützten Zone
lernt dazu aus ihren Erfahrungen.
Dann der Tag der Entlassung:
gefürchtet, weil ungewiss ist wie er zurechtkommt
ob es klappt was er sich vorgenommen hat
wie man auf ihn reagiert.
Niemand mehr der ihn auffängt,
aufbaut, bestärkt weiterzumachen, nicht aufzugeben in allem Bemühen.
Die Familie soll so wenig wie möglich belastet werden
 mit den Nöten und quälenden Fragen.
Er selbst fühlt sich als Fremdkörper hier draußen
bemerkt manch schräge Blicke die ihn ungeniert anstarren,
den Blick abwenden wenn er es bemerkt.
Manche vermeiden es einfach normal mit ihm zu reden
ihn anzusprechen
als einen der Ihren zu behandeln.
Dabei kann er nur seine Beine nicht bewegen
hat Gefühle wie du und ich
fühlt Schmerz und Freude wie wir alle
will auch glücklich sein
Freude haben
als Mensch gesehen und behandelt sein
akzeptiert, anerkannt.
So wird er oft verletzt, vielleicht unabsichtlich,
Berührungsängste sagt man.
Dabei ist es ganz einfach denn er versteht wie jeder Mensch jedes Wort
gute, böse, wohlwollende.
Man muss nur aufeinander zugehen;
auch er will nur
Mensch unter Menschen sein.
 
 
 

Vor kritischen Themen dieser Art schrecken viele zurück, dabei wäre es wichtig darüber nachzudenken.
Menschen sind Menschen egal ob sie gesund oder krank sind.
Ein Unfall kann für uns gleich schon dasselbe Schicksal bereithalten mit dem wir uns dann auseinandersetzen müssen.
Hoffnungen, Träume und Wünsche haben auch sie weiterhin.
Was würden wir uns wünschen wie man mit uns umgeht oder uns behandelt?
Evelyn Goßmann, Anmerkung zum Gedicht

Diesen Beitrag empfehlen:

Mit eigenem Mail-Programm empfehlen

 

Die Rechte und die Verantwortlichkeit für diesen Beitrag liegen beim Autor (Evelyn Goßmann).
Der Beitrag wurde von Evelyn Goßmann auf e-Stories.de eingesendet.
Die Betreiber von e-Stories.de übernehmen keine Haftung für den Beitrag oder vom Autoren verlinkte Inhalte.
Veröffentlicht auf e-Stories.de am 04.04.2008. - Infos zum Urheberrecht / Haftungsausschluss (Disclaimer).

 

Die Autorin:

Bücher unserer Autoren:

cover

GedankenWelt von Eleonore Görges



92 Gedichte und 20 Farbfotos.

Gedichte, die die Herzen berühren, die unter die Haut gehen. Die Autorin befaßt sich mit allen Lebensbereichen und packt mit viel Gefühl auch kritische Themen an. Gedichte, wie sie nur das Leben schreibt!

Möchtest Du Dein eigenes Buch hier vorstellen?
Weitere Infos!

Leserkommentare (1)

Alle Kommentare anzeigen

Deine Meinung:

Deine Meinung ist uns und den Autoren wichtig!
Diese sollte jedoch sachlich sein und nicht die Autoren persönlich beleidigen. Wir behalten uns das Recht vor diese Einträge zu löschen!

Dein Kommentar erscheint öffentlich auf der Homepage - Für private Kommentare sende eine Mail an den Autoren!

Navigation

Vorheriger Titel Nächster Titel

Beschwerde an die Redaktion

Autor: Änderungen kannst Du im Mitgliedsbereich vornehmen!

Mehr aus der Kategorie "Gedanken" (Gedichte)

Weitere Beiträge von Evelyn Goßmann

Hat Dir dieser Beitrag gefallen?
Dann schau Dir doch mal diese Vorschläge an:

Füllhorn guter Laune von Evelyn Goßmann (Erfahrungen)
Harmonie von Edeltrud Wisser (Gedanken)
Aufgang von Margit Farwig (Nachdenkliches)